Die deutschen Formel 1 Fahrer im Porträt

Im Jahr 2014 waren vier deutsche Formel 1 Fahrer am Start in der Königsklasse. Wieder einmal stellte die Bundesrepublik die meisten Piloten. In den vergangenen 20 Jahren konnten deutsche Fahrer zudem elf Weltmeisterschaften und damit mehr als 50 Prozent aller Titel gewinnen. Grund genug, die aktuellen Piloten einmal genauer vorzustellen.

Sebastian Vettel: Der Erbe Schumachers

Sebastian Vettel gehend

Wikimedia, Habeed Hameed (CC BY-SA 2.0)

Sebastian Vettel ist nicht nur der erfolgreichste deutsche Pilot, sondern der in dieser Hinsicht beste Formel 1 Fahrer überhaupt. Er gewann vier Weltmeistertitel (2010-2013) und 39 Rennen bislang. Der gebürtige Heppenheimer (3.7.1987), der im Jahr 2007 für BMW Sauber sein Debüt gab und seitdem ausschließlich für die beiden Red Bull Teams unterwegs war, wäre schon aufgrund dieser Zahlen der logische Erbe Michael Schumachers.

Tatsächlich verbindet die beiden Männer aber auch enge persönliche Freundschaft. Vettel tritt in Zukunft noch einmal deutlicher in die Fußstapfen des siebenfachen Weltmeisters, fährt er doch aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahr 2015 für Ferrari.

Nico Rosberg: Der Spätberufene

Bei Nico Rosberg läuft derzeit alles nach Wunsch

Wikimedia, Fashion Shoot Thomas Szabo (CC BY-SA 2.0)

Nico Rosberg wurde am 27. Juni 1985 in Wiesbaden geboren. Er ist der Sohn des finnischen Weltmeisters Keke Rosberg und einer Deutschen. Er selbst hat sich wiederholt als Deutscher bezeichnet und geht auch für die Bundesrepublik offiziell an den Start. Rosberg feierte in der Formel 1 im Jahr 2006 im Williams sein Debüt und wechselte 2010 zu Mercedes. Seitdem konnte er sieben Rennen gewinnen. Für einen WM-Titel schien es nicht zu reichen, doch durch die Dominanz der Silberpfeile seit Rückkehr der Turbos könnte genau dies doch noch passieren. Rosberg muss sich dazu allerdings gegen seinen bärenstarken Teamkollegen Lewis Hamilton beweisen. Rosberg wurde für einen Fahrer erst sehr spät zu einem wirklich Kandidaten auf einen Titel, aber möglicherweise nicht zu spät.

Adrian Sutil: Der Entwickler

Adrian Sutil Sauber

Wikimedia, Mark McArdle (CC BY-SA 2.0)

Adrian Sutil wurde am 11. Januar 1983 in Starnberg geboren und ist halb uruguayischer Abstammung. Seit seiner aktiven Karriere in der Königsklasse, die 2007 im Spyker begann, sich von 2008 bis 2011 und dann noch einmal 2013 bei Force India fortsetzte und im Moment einen Posten im Sauber-Cockpit vorsieht, stand Sutil im Schatten der anderen großen deutschen Piloten. Sutil ist zwar schnell, aber nicht überragend. Zudem ist er kein Killer wie Schumacher oder Vettel. Ihm fehlt auch das nötige Überholtalent, das beispielsweise Rosberg mitbringt. Teams aus dem mittlerem Segment schwärmen trotzdem für Sutil, da dieser als einer der besten Entwickler im Feld geht. Sutil benötigt wenig Runden, um die Schwächen eines Fahrzeugs zu finden und Hinweise zu geben, was man besser machen könnte. Aus diesem Grund holte ihn Force India beispielsweise 2013 zurück ins Team.

Nico Hülkenberg: Zu arm, um Champion zu sein

Nico Hulkenberg Force India

Wikimedia, Gil Abrantes (CC BY 2.0)

Nico Hülkenberg, der am 19. August 1987 in Emmerich geboren wurde, kann einem Leid tun. Ähnlich wie Sutil steht auch er im Schatten der großen deutschen Piloten. Hülkenberg, dessen Karriere 2010 im Williams begann, sich 2012 bei Force India und 2013 bei Sauber fortsetzte und ihn 2014 (und 2015) zu Force India zurückführte, fehlt aber nicht der nötige Speed, um mit Rosberg oder Vettel mithalten zu können. Ganz im Gegenteil: Der Deutsche gilt als einer der talentiersten Piloten im Feld überhaupt, aber es fehlt an den nötigen Sponsoren, um ein Topcockpit zu bekommen. Ferrari spielte beispielsweise schon einmal ernsthaft mit dem Gedanken, Hülkenberg zu verpflichten, musste aber dann doch abwinken. Es gibt jedoch immer wieder Gerüchte, die besagen, dass er einen Posten bei Mercedes erben könnte, wenn Rosberg oder Hamilton gehen. Verstärkt werden diese Spekulationen dadurch, dass Force India mit Mercedes fährt. Angeblich war das Cockpit für Hülkenberg eine der Bedingungen für die Motorenlieferung. Es wäre dem 27-Jährigen, der schon einmal auf der Pole stand, zu wünschen. Es wäre eine schöne Sache für Piloten und Fans, wenn mangelndes Geld im Hintergrund nicht auf Dauer ein Hinderungsgrund für einen wirklich guten Piloten wäre, vorne mitzufahren.

Zurück zu: Formel 1 Fahrer