FIA – Federation Internationale de l’Automobile

Die FIA: Die Herrscherin der Formel 1

Es vergeht kein Jahr, in dem die FIA bei der Formel 1 nicht im Mittelpunkt steht, schließlich setzt sie die Regeln. Überraschwenderweise wissen viele Fans eigentlich gar nicht so genau, was die FIA eigentlich ist. Fragt man nach, hört man zumeist nur Worte wie „Dachverband“. Seit der frühere Ferrari-Teamchef Jean Todt vor einigen Jahren Präsident der FIA geworden ist, kennen auch ein paar Fans seinen Namen mitsamt der Funktion. Unter dem Strich bleibt die FIA aber eine weitgehend unbekannte Größe.

Was heißt eigentlich FIA?

Die Buchstaben stehen für Fédération Internationale de l’Automobile. Diese französischen Worte bedeuten übersetzt „Internationale Vereinigung aller Autofahrer“. Die FIA, deren Hauptsitz in Paris versteht, versteht sich also nicht nur als Dachorganisation für jede Form des Kraftfahrzeug-Rennsports, sondern auch als Dachorganisation jeden Autofahrers.

Wagen der FIA

Wikimedia, Morio (CC BY-SA 3.0)

Warum gibt es die FIA?

Greifbar wird dieser Anspruch auch bei einem Blick darauf, weshalb die FIA, deren historische Wurzeln bis ins Jahr 1922 zurückreichen und die sich 1946 unter dem heutigen Namen formiert hat, gegründet wurde. Die Vereinigung hat sich „der Förderung des Automobilsports und des internationalen Kraftverkehrs“ verschrieben. Tatsächlich wurde der Vertretungsanspruch für alle Autofahrer aber im Laufe der Zeit umgedeutet: Die FIA betrachtet es nicht als ihre Aufgabe, direkter Ansprechpartner für den Autofahrer auf der Straße zu sein. Stattdessen möchte sie – vor allem über de Rennsport – die Entwicklung neuer Technologien fördern, welche die Autos schneller, sicherer, verbrauchsärmer und im Allgemeinen besser machen.

Wie ist die FIA organisiert?

Die Entscheidungen in der FIA trifft das FIFA-Komitee. Dieses besteht aus dem Präsidenten, dem Senatspräsidenten, zwei Abgeordnetenpräsidenten, 14 Vizepräsidenten, zahlreichen Abgeordneten und den Chefs von FIA-Teilorganisationen wie z.B. der FIA-Hersteller-Kommission. Bernie Ecclestone ist in seiner Rolle als Chef der Formel 1 Teil des FIA-Komitees.

Wie wird ein Land Mitglied in der FIA?

Jedes Mitgliedsland hat ein Vertretungsanspruch in der Führung der FIA (im Komitee). Die Länder treten dabei nicht selbst bei. Stattdessen können sich Automobilvereinigungen aus den Staaten dafür entschließen. Dabei muss es sich nicht nur um eine Vereinigung handeln. Aus Deutschland sind beispielsweise gleich drei entsprechende Clubs Mitglied: Der ADAC, der AVD und der DMSB. Allerdings erhöht die Zahl der Mitglieder aus einem Land nicht de Vertretungsanspruch, den ein Staat hat. Aus Deutschland ist beispielsweise nur Peter Meyer Teil des Komitees. Australien nutzt hingegen die unterschiedlichen Gruppen, aus denen sich das Komitee zusammensetzt, perfekt aus und entsendet drei Repräsentanten.

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Welche Kompetenzen hat die FIA?

Die FIA tritt offiziell als Veranstalterin aller großen Rennsportevents auf – dies schließt die Formel 1 Weltmeisterschaften mit ein. Als Veranstalterin darf die Vereinigung die Regeln setzen. Alle Formalien, welche die Formel 1 Teams zu berücksichtigen haben, kommen direkt von der FIA.

Die Kompetenten des Verbands gehen aber noch weiter: Die FIA ist die maßgebliche Autorin des Internationalen Sportgesetzes (ISG), das sie bis heute pflegt. Sie kann so großen Einfluss darauf nehmen, wie Sport in den Ländern der Welt gefördert wird. Die FIA ist zudem seit einigen Jahren vom IOC als Sportverband anerkannt worden. Die provisorische Anerkennung folgte 2012, schon ein Jahr später kam es zur endgültigen. Der Traum der Formel 1 Fans, eines Tages im Rahmen von Olympia einmal ein Rennen zu sehen, könnte deshalb wahr werden.

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