Archiv für den Tag: 12. September 2018

Leclerc und Räikkönen tauschen Cockpits

Die Fahrerentscheidung bei Ferrari ist gefallen. Die Scuderia setzt in der kommenden Saison neben Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel auf den 20-jährigen Monegassen Charles Leclerc. Damit kommt es zu einem Cockpittausch mit Kimi Räikkönen, da der 38-jährige Finne bei Sauber Alfa Romeo unterschreibt. Vor dem GP von Singapur 2018 ist somit die nächste wichtige Entscheidung für die neue Saison gefallen.

Jüngster Ferrari-Pilot aller Zeiten

Für Leclerc geht nach eigener Aussage „ein Traum in Erfüllung“. Der Formel-2-Champion des vergangenen Jahres ist seit mehreren Jahren Teil des Ferrari-Juniorprogramms und schaffte nun als erstes Eigengewächs den Aufstieg in das Formel-1-Team der Roten. Auf Instagram bedankte sich der 20-jährige bei Ferrari, Sauber und seiner Familie, zudem sendete er eine emotionale Botschaft an seinen verstorbenen Freund Jules Bianchi. Leclerc gilt nach anfänglichen Schwierigkeiten als Entdeckung der Saison, Highlight war Platz sechs in Aserbaidschan. Neo-Teamkollege Vettel adelte den Monegassen bereits, warnte aber auch davor, dass der mit viel Druck verbundene Platz bei Ferrari zu früh für Leclerc kommen könnte. Die Situation erinnert an das Jahr 2014, als Platzhirsch Vettel bei Red Bull von Neuling Daniel Ricciardo in den Schatten gestellt wurde. Ob Leclerc Ähnliches erreichen kann wird sich zeigen, zuzutrauen ist dem Youngster viel.

Sauber-Comeback für Kimi

Für Räikkönen bedeutet der Abschied von Ferrari das Ende einer Ära. Von 2007 bis 2009 sowie seit 2014 war der „Iceman“ für die Italiener aktiv, insgesamt feierte er neun GP-Siege und ist mit seinem Titelgewinn im Debütjahr bis heute der letzte Ferrari-Weltmeister. Mit dem Wechsel zu Sauber schließt sich für Räikkönen ein Kreis: 2001 debütierte der Finne für die Schweizer in der Königsklasse und konnte mit einer starken Saison McLaren-Teamchef Ron Dennis auf sich aufmerksam machen, der ihn prompt unter Vertrag nahm. Sauber-Teamchef Frederic Vasseur freut sich auf die Zusammenarbeit mit Räikkönen und sieht in der Verpflichtung des 20-fachen GP-Siegers „einen wichtigen Schritt, um unsere Ziele zu erreichen“. Der Kontrakt mit dem Routinier geht bis 2020.

Räikkönen selbst hält bereits jetzt einige Formel 1 Rekorde, so ist der Finne etwa der Fahrer mit den meisten zweiten und dritten Plätzen in der gesamten Motorsportszene.

Drittes Auto in der Formel 1?

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff spricht sich dafür aus, dass in der Formel 1 in Zukunft drei Autos pro Team eingesetzt werden dürfen. Der 46-jährige Wiener will damit auf die Tatsache reagieren, dass die Mercedes-Junioren Esteban Ocon, Pascal Wehrlein und George Russell in der nächsten Saison ohne Cockpit in der Königsklasse dastehen könnten.

Mehr Plätze für Nachwuchsfahrer?

Wolff hinterfragt den Sinn eines Programms für Nachwuchsfahrer, wenn diese nicht die Möglichkeit bekommen, in der Formel 1 Fuß zu fassen. „ Jedes Jahr 80, 90, 100 Millionen in ein Juniorteam zu stecken, nur damit unsere jungen Fahrer keinen Platz haben, ist nicht das, was ich möchte“, so der Mercedes-Boss. Tatsächlich erschwert die Mercedes-Unterstützung dem ein oder anderen Fahrer die Cockpitsuche sogar. Force India-Pilot Esteban Ocon etwa, der im nächsten Jahr von Lance Stroll abgelöst wird, wäre laut Red Bull-Teamchef Christian Horner ein „perfekter Kandidat“ für Toro Rosso, aufgrund seines Vertrags mit den Silberpfeilen will man den hochtalentierten Franzosen aber nicht verpflichten. Ähnlich die Situation bei Formel-2-Leader Russell sowie Wehrlein, der bereits heuer durch die Finger schaute. Die Lösung ist für Wolff der Einsatz eines dritten Boliden, welcher für Nachwuchsfahrer vorgesehen ist. „Wir setzen Fahrer mit maximal zwei Jahren Erfahrung und diese ’new kids on the block‘ fordern und überraschen dann die Lewis‘ und Valtteris dieser Welt“, führt der Österreicher aus.

Skepsis bei Horner und Brown, Williams dagegen

Bei den Teamchefs anderer Rennställe stößt die Idee auf wenig Gegenliebe. Horner etwa bezeichnete die Idee zwar als „interessant“, hält sie aber für nicht umsetzbar, da „die kleineren Teams dagegen sein werden“. Auch McLaren-Chef Zak Brown zeigt sich nicht grundsätzlich abgeneigt, sieht aber Probleme bei der Umsetzung. Deutliche Worte fand Claire Williams, deren Rennstall derzeit in der Krise steckt. „Wir wären nicht dafür, da es ohnehin schon Kooperation zwischen den Teams gibt. Drei Autos wären ein weiterer Schritt in die falsche Richtung“, so die Tochter von Teamgründer Frank Williams.

Der nächste Grand Prix findet übrigens in Singapur statt. Die Formel 1 Wetten dazu haben wir wie immer für euch auf unserer Startseite. Sollte Sebastiean Vettel noch ein Wörtchen um den Titel mitreden wollen, braucht der Ferrari Pilot unbedingt einen Sieg.