Archiv für den Monat: Juli 2020

Hamilton auf Rekordjagd

Die Formel-1-Saison 2020 steht einmal mehr ganz im Zeichen von Mercedes. Die Silberpfeile, heuer aufgrund der „Black Lives Matter“-Bewegung gegen Rassismus in schwarz lackiert, dominieren die Königsklasse heuer in eindrucksvoller Manier. In Ungarn feierte Lewis Hamilton seinen zweiten Saisonsieg und egalisierte damit einen Rekord von Michael Schumacher – es könnte nicht der einzige bleiben.

Mercedes-Solo?

Mit seinem achten Erfolg am Hungaroring nach 2007, 2009, 2012, 2013, 2016, 2018 und 2019 zog der Weltmeister mit „Schumi“ als jener Pilot gleich, der die meisten Siege auf einer Strecke feierte. Der Deutsche hatte seine Bestmarke im französischen Magny-Cours aufgestellt. Hamilton präsentierte sich in Budapest ähnlich überlegen wie vergangenes Wochenende in Spielberg. Nach dem verhaltenen Auftakt mit Rang vier beim Österreich-GP, schlug der sechsfache Champion in den letzten beiden Rennen eindrucksvoll zurück. Da Teamkollege Valtteri Bottas nach verpatztem Start nicht über Rang drei hinauskam, übernahm der Brite auch die WM-Führung – fünf Zähler vor seinem wohl einzigen Konkurrenten um den Titel. Dass dieser heuer einmal mehr über Hamilton führt, bezweifelt indes niemand. Die Konkurrenz ist zu weit weg und es wäre eine Überraschung, wenn Bottas dem Superstar über eine gesamte Saison Paroli bieten könnte.

Bei den Sportwetten für die Formel 1 führt der Brite natürlich haushoch. Auch sein Teamkonkurrent Bottas wird Hamilton wohl nicht bremesen können. Saisonwetten auf den Weltmeister sowie die Konstrukteure sind weiterhin möglich.

Hamilton in neuen Sphären

Vielmehr sieht es danach aus, als würden heuer noch weitere Schumacher-Rekorde purzeln. Statistiken, die vor wenigen Jahren noch als für die Ewigkeit bestimmt galten, laufen Gefahr, von Hamilton in neue Sphären gehoben zu werden. Am Wochenende feierte er seine 90. Pole-Position, Rekordhalter ist er in dieser Kategorie längst. Mit seinem 86. GP-Sieg fehlen nur noch fünf auf die ewige Bestmarke, auch in Sachen Podestplatzierungen wird wohl schon bald eine Wachablöse an der Spitze stattfinden – aktuell führt Schumacher 155 zu 153. Den wichtigsten Rekord, die magischen sieben WM-Titel der deutschen Ikone, könnte Hamilton eher egalisieren. Da sich das Regelwerk im nächsten Jahr kaum ändert, könnte es angesichts der Mercedes-Dominanz nächstes Jahr endgültig dazu kommen, dass der Mann aus Stevenage die Geschichtsbücher der Königsklasse umschreibt.

Alonso gibt Renault-Comeback

Das Fahrerkarussell der Saison 2020 dreht sich auch weiterhin rasant. Nach den überraschenden Transfers von Carlos Sainz zu Ferrari und Daniel Ricciardo zu McLaren platzt nun die nächste Bombe: Superstar Fernando Alonso kehrt 2021 in die Königsklasse zurück. Der 39-jährige Spanier unterschreibt bei Renault, wo er 2005 und 2006 seine beiden Weltmeistertitel feiern konnte.

Drittes Kapitel einer Erfolgsgeschichte?

Bereits seit längerem hielten sich hartnäckige Gerüchte, wonach Alonso mit einer Rückkehr in die Formel 1 spekulieren soll, der Wechsel zu seinem ehemaligen Arbeitgeber ist dennoch eine Überraschung. Renault, seit 2016 wieder mit einem Werksteam in der Königsklasse vertreten, konnte die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllen. Mit dem Asturier soll nun der Heilsbringer an Bord geholten werden, der die Franzosen zurück auf die Siegerstraße führt. In den Jahren 2005 und 2006 dominierte die Paarung die Formel 1 und feierte jeweils die Fahrer- und Konstrukteursmeisterschaft – sowohl für Fahrer als auch Marke die bislang einzigen Titelgewinne. Nach dem überraschenden Abgang von Teamleader Daniel Ricciardo soll Alonso diese Lücke füllen und seinen jungen Teamkollegen Esteban Ocon an die Spitze heranführen.

Schillernde Laufbahn

Alonsos Karriere begann 2001 im unterlegenen Minardi. 2002 folgte der Wechsel zu Renault, wo er ein Jahr als Testfahrer verbrachte, ehe er zum Stammpiloten aufstieg und 2003 in Ungarn seinen ersten Grand Prix-Erfolg feiern konnte. Nach seinen zwei Titeln folgte ein einjähriges McLaren-Intermezzo, dass im Streit und ohne WM-Krone endete. Es folgte die Flucht zurück zu Renault, wo man allerdings nicht an vergangene Erfolge anknüpfen konnte. 2010 wechselte Alonso zu Ferrari, wo er dem dritten Titel zwar sehr nah kam, sich aber dreimal hinter Sebastian Vettel anstellen musste und WM-Zweiter wurde. Als Desaster kann man das zweite McLaren-Gastspiel des 39-jährigen bezeichnen: von 2015 bis 2018 erzielte Alonso keinen einzigen Podestplatz. Neben seinen zwei Titeln gewann der Routinier 32 Rennen und stand 22-mal auf der Pole-Position, womit er zu den erfolgreichsten Piloten der Geschichte zählt.

Die Formel 1 Wetten auf den Weltmeister ändern sich aktuell gerne, durch den Sieg von Valtteri Bottas im ersten Rennen wurden die Quoten etwas durcheinandergewirbelt. Bereits diesen Sonntag folgt das zweite Rennen in Österreich.