Archiv für den Tag: 2. Mai 2018

F1: Krisenstimmung nach Bullen-Crash

Es war die Szene des Großen Preis von Aserbaidschan: nach rundenlangem Fight krachte es zwischen den Red Bull Racing-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen, beide mussten das Rennen aufgeben. Nach der zweiten Nullnummer der noch jungen Saison herrscht bei den Bullen Katerstimmung. Was den Formel 1 Weltmeister 2018 betrifft wird es für den österreichischen Rennstall nun ernst.

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Schuldfrage ungeklärt

Unmittelbar nach dem Rennen wollten sich weder Teamchef Christian Horner noch Berater Helmut Marko auf einen Schuldigen festlegen. „Da brauchen wir nicht über Schuld sprechen, beide haben hier ohne Hirn und Verstand agiert“, mahnte der Österreicher beide Fahrer ab. Auch Horner schlug in eine ähnliche Kerbe: „Sie repräsentieren 800 Mitarbeiter, die am Auto arbeiten und alles für den Erfolg in ihren Formel 1 Jobs geben. Beide werden sich dafür in der Fabrik entschuldigen müssen“. Auch die Piloten reagierten nach dem Zwischenfall kleinlaut, gegenseitige Schuldzuweisungen gab es nicht.

Während man im Red Bull-Lager also von einem Rennunfall sprach, sahen die meisten Experten im Fahrerlager die Schuld eher bei Verstappen. Der nach seinen Unfällen in Bahrain und China bereits angezählte Youngster hätte den Crash wohl eher vermeiden können als sein australischer Stallgefährte. Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda, der Verstappen zuletzt heftig kritisierte, sprach von einer „80-prozentigen Schuld“ des Niederländers. Auch die Experten vom britischen „Sky F1“ nahmen den 20-jährigen in die Verantwortung.

WM-Titel in weiter Ferne

Für Red Bull ist es nicht die erste Erfahrung dieser Art: 2010 kollidierten in Istanbul Sebastian Vettel und Mark Webber im Kampf um die Führung. Während die meisten Experten die Schuld damals beim Deutschen sahen, kritisierte Marko öffentlich den Australier – der Beginn eines jahrelangen Stallkriegs. Die Titelhoffnungen der roten Bullen erlitten nach dem Doppel-Aus in Bahrain erneut einen herben Dämpfer. Während China-Sieger Ricciardo mit 30 Zählern Rückstand auf Leader Hamilton noch in Schlagdistanz liegt, dürfte der WM-Zug für Verstappen bereits abgefahren sein. Mit bereits 52 Punkten Rückstand, mehr als zwei Siegen, darf sich „Mad Max“ wohl keine Fehler mehr erlauben.

Freud und Leid bei Mercedes

Für Weltmeister Mercedes hätte das Wochenende in Aserbaidschan nicht konträrer verlaufen können. Während Valtteri Bottas kurz vor Schluss wegen einem Plattfuß den sicher geglaubten Sieg noch verschenkte, staubte Teamkollege Lewis Hamilton ab und bescherte den Silberpfeilen den ersten Erfolg im Jahr 2018, obwohl das Thema DRS Formel 1 wieder großgeschrieben wurde.

Verhaltener Hamilton-Jubel

Große Freude wollte beim Weltmeister aber nicht aufkommen: „Es war ein emotionales Rennen, aber es fühlt sich komisch an, ganz oben zu stehen“, sagte der Brite nach seinem 63. GP-Sieg. Eine tolle Geste zeigte der 33-jährige unmittelbar nach dem Rennen, als er anstatt ausgiebig zu feiern Pechvogel Bottas in den Arm nahm und zu dessen „überragender“ Leistung gratulierte. Über die Wichtigkeit der vollen Punktzahl war sich der Vierfach-Champ aber sehr wohl bewusst: „Es ist vielleicht nicht mein schönster Sieg, aber manchmal habe ich auch alles richtig gemacht und wurde dafür nicht belohnt. Deshalb nehme ich die Punkte natürlich gerne mit“. Da Bottas das Rennen nicht beenden konnte und Ferrari-Pilot Sebastian Vettel nach einem Verbremser beim Restart lediglich Vierter wurde, führt Hamilton die Weltmeisterschaft nun etwas überraschend an. Für den Rekord-Polesetter bleibt aber die Scuderia der Favorit: „Ferrari hat derzeit das schnellste Auto“, so Hamilton, nach seinem geglückten Formel 1 Job.

Unglücksrabe Bottas flüchtete sich nach dem bitteren Aus in Galgenhumor. „Um das zu verarbeiten werde ich wohl zehn Bier brauchen“, scherzte der sichtlich enttäuschte Finne. Nachdem der 28-jährige lange auf Platz drei gelegen hatte, nutzte er wenige Runden vor Schluss das Safety-Car perfekt aus und übernahm die Spitze. Beim Restart in Runde 49 fuhr Bottas aber über herumliegende Trümmerteile, die seinen rechten Hinterreifen sowie seinen Traum vom Sieg zerplatzen ließen. Bereits in Bahrain und China schnupperte Bottas am Sieg, auch in Baku wollte es nicht klappen.

Wolff verspricht weiter Spannung

Teamchef Toto Wolff zog dementsprechend eine zwiespältige Bilanz: „Für Lewis freut es mich, er hatte diese Saison schon viel Pech. Valtteri hätte den Sieg verdient, er tut mir sehr leid“. Generell zeigte sich der Österreicher aber begeistert vom Spektakel in Baku und verspricht: „Die Saison 2018 wird ein Klassiker“. Solltest du noch Antworten auf die Frage wie wird man Formel 1 Fahrer benötigen, kannst du diese gerne hier bekommen.