F1: Krisenstimmung nach Bullen-Crash

Es war die Szene des Großen Preis von Aserbaidschan: nach rundenlangem Fight krachte es zwischen den Red Bull Racing-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen, beide mussten das Rennen aufgeben. Nach der zweiten Nullnummer der noch jungen Saison herrscht bei den Bullen Katerstimmung. Was den Formel 1 Weltmeister 2018 betrifft wird es für den österreichischen Rennstall nun ernst.

Schuldfrage ungeklärt

Unmittelbar nach dem Rennen wollten sich weder Teamchef Christian Horner noch Berater Helmut Marko auf einen Schuldigen festlegen. „Da brauchen wir nicht über Schuld sprechen, beide haben hier ohne Hirn und Verstand agiert“, mahnte der Österreicher beide Fahrer ab. Auch Horner schlug in eine ähnliche Kerbe: „Sie repräsentieren 800 Mitarbeiter, die am Auto arbeiten und alles für den Erfolg in ihren Formel 1 Jobs geben. Beide werden sich dafür in der Fabrik entschuldigen müssen“. Auch die Piloten reagierten nach dem Zwischenfall kleinlaut, gegenseitige Schuldzuweisungen gab es nicht.

Während man im Red Bull-Lager also von einem Rennunfall sprach, sahen die meisten Experten im Fahrerlager die Schuld eher bei Verstappen. Der nach seinen Unfällen in Bahrain und China bereits angezählte Youngster hätte den Crash wohl eher vermeiden können als sein australischer Stallgefährte. Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda, der Verstappen zuletzt heftig kritisierte, sprach von einer „80-prozentigen Schuld“ des Niederländers. Auch die Experten vom britischen „Sky F1“ nahmen den 20-jährigen in die Verantwortung.

WM-Titel in weiter Ferne

Für Red Bull ist es nicht die erste Erfahrung dieser Art: 2010 kollidierten in Istanbul Sebastian Vettel und Mark Webber im Kampf um die Führung. Während die meisten Experten die Schuld damals beim Deutschen sahen, kritisierte Marko öffentlich den Australier – der Beginn eines jahrelangen Stallkriegs. Die Titelhoffnungen der roten Bullen erlitten nach dem Doppel-Aus in Bahrain erneut einen herben Dämpfer. Während China-Sieger Ricciardo mit 30 Zählern Rückstand auf Leader Hamilton noch in Schlagdistanz liegt, dürfte der WM-Zug für Verstappen bereits abgefahren sein. Mit bereits 52 Punkten Rückstand, mehr als zwei Siegen, darf sich „Mad Max“ wohl keine Fehler mehr erlauben.