Archiv für den Monat: September 2020

Vettel zu Aston Martin

Seit Monaten wurde spekuliert, nun herrscht endlich Klarheit über die Zukunft von Sebastian Vettel: der vierfache Weltmeister unterschreibt bei Aston Martin und ersetzt dort Sergio Perez. Das Team, derzeit noch unter dem Namen Racing Point unterwegs, gab die Verpflichtung des 33-jährigen im Rahmen des Grand Prix der Toskana in Mugello bekannt.

Richtige Entscheidung?

Nach dem Aus von Vettel bei Ferrari galt Aston Martin bereits seit einiger Zeit als heißeste Option für den 53-fachen GP-Sieger. Ausgerechnet beim Jubiläumsrennen der Roten in Mugello folgt nun die Bekanntgabe des Mega-Deals. „Ich glaube, das ist auch im Hinblick auf 2022 die richtige Entscheidung. Das Team wird weiterwachsen, ich habe noch ein paar Jahre vor mir und freue mich darauf“, so der glückliche Heppenheimer, der an der Seite von Lance Stroll an den Start gehen wird. Tatsächlich könnte sich der Wechsel zum ehemaligen Force India-Team als Goldgriff erweisen.

https://twitter.com/F1/status/1304156441121521664

Mit der heurigen „Mercedes-Kopie“ sind die pinkfarbenen Boliden in der erweiterten Spitze angekommen, mit dem Engagement von Aston Martin könnte der nächste Schritt gelingen. Klar ist, dass der britische Rennstall mit der Verpflichtung des deutschen Superstars sofort in die Riege der Topteams aufsteigt. Mit Lewis Hamilton (Mercedes), Max Verstappen (Red Bull), Charles Leclerc (Ferrari), Fernando Alonso (Renault), Daniel Ricciardo (McLaren) und eben Vettel teilen sich damit die Topfahrer auf sechs Konstrukteure auf – eine Konstellation, die Spannung verspricht.

Perez im Pech

Der Leidtragende des Coups ist Sergio Perez. Nach sieben gemeinsamen Jahren muss der Mexikaner seinen Platz räumen – eine Entscheidung, die im Fahrerlager durchaus aus Unverständnis stößt, besonders, weil „Checo“ das Team 2018 vor der Insolvenz retten konnte. Für den sichtlich enttäuschten 30¬-jährigen bleiben nun nur noch Alfa Romeo und Haas als Optionen. Beide äußerten bereits Interesse, an der Spitze wird Perez damit aber nicht mitmischen können. Auch ein vorläufiges Ende seiner Formel-1-Karriere schließt der Mexikaner nicht aus.

Für die nächste Saison könnte dies bedeuten, dass die Formel 1 Sportwetten wieder spannender werden. Sollte Aston Martin mit Mercedes und Red Bull mithalten können, und auch Ferarri wieder zu alter Stärke finden, könnten vier Teams um den Titel mitfahren.

Ferrari vor Heimdebakel?

Für die Scuderia Ferrari verläuft die Saison 2020 bisher alles andere als nach Wunsch. Der italienische Traditionsrennstall fährt der Spitze deutlich hinterher, in der Konstrukteurswertung ist man auf Rang fünf abgerutscht. Beim Heimspiel-Doppel in Monza und Mugello droht dem Team nun ein weiteres Debakel.

Monza-Layout unpassend

Besonders im „Königlichen Park“ dürfte es für die Roten schwierig werden. Wie bereits in Spa-Francorchamps ist die Traditionsstrecke in der Nähe von Mailand von langen Geraden geprägt, die große Schwäche des aktuellen Ferrari-Boliden. Nachdem der letztjährige Motor von der FIA für illegal erklärt wurde, musste die Scuderia zurückrüsten, weshalb der heurige Antrieb mittlerweile der leistungsschwächste im Feld ist. In den belgischen Ardennen qualifizierten sich Charles Leclerc und Sebastian Vettel mit Ach und Krach für Q2, wo allerdings Schluss war. Auch im Rennen lief es nicht nach Wunsch, beide Fahrer verpassten die Punkteränge. In Monza ist Besserung sehr unwahrscheinlich – zum Leidwesen der Piloten, die ihrem Frust immer deutlicher freien Lauf lassen. Für die Scuderia ist es zum aktuellen Zeitpunkt wohl sogar ein Glücksfall, dass im Autodrom keine Zuschauer erlaubt sind, da es wohl zu einem gellenden Pfeifkonzert kommen würde. Noch im Vorjahr war Leclerc vor zahlreichen Tifosi zum Sieg gerast – ein Ergebnis, das heuer sogar für kühnste Optimismus außerhalb des Möglichen liegt.

Historische Pleitensaison

Nur eine Woche nach dem drohenden Debakel folgt in Mugello ein weiterer spezieller Grand Prix für die Ferraristi. In Mugello feiert der Rennstall das 1000. Antreten in der Königsklasse. Angesichts der vielen schnellen Kurven darf sich Ferrari zwar Hoffnungen machen, dass es besser läuft als zuletzt, von Siegen und Podestplätzen aus eigener Kraft darf man aber weiterhin nur träumen. In der größten Krise seit 1980 droht in der Team-WM die schlechteste Platzierung seit dieser Saison, als man nur Zehnter wurde. Aktuell ist man (noch) Fünfter, die in Monza wohl starken Renault liegen aber nur zwei Zähler dahinter – Voraussetzungen, die nicht dafür sprechen, dass in Maranello bald Ruhe einkehrt.

Alle Infos zu den nächsten Rennen können Sie unerem Formel 1 Liveticker entnehmen, dort gibt es auch den aktuellen Punktestand zu sehen.