F1 Prozess in München: Ecclestone kauft sich frei

Formel 1 Boss Bernie Ecclestone kauft sich frei

Wikimedia, Habeed Hameed (CC BY-SA 2.0)

Formel 1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone ist einer Gefängnisstrafe entgangen. Der „Diktator“ der Königsklasse des Rennsports musste sich in München wegen des Vorwurfs der Bestechung verantworten. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht erklärten sich allerdings dazu bereit, das Verfahren gegen eine Zahlung von 100 Millionen US-Dollar einzustellen. Die Staatsanwaltschaft begründete diesen Schritt mit dem hohen Alter des Angeklagten (83 Jahre) und seiner Bereitschaft, den gesamten Sachverhalten rund um die Bayern LB aufzuklären. Allerdings hat es mehr als nur einen schlechten Beigeschmack, dass sich ein Mann, der wegen Bestechung vor Gericht stand, freikaufen konnte. Viele Zeitungen kommentieren deshalb auch zynisch „das lief ja wie geschmiert“.

Ecclestone bleibt der Boss in der Formel 1

Für die Königsklasse bedeutet dies, dass sich nichts ändert. Wäre der Brite eingesperrt worden, hätte man wohl einen Nachfolger suchen müssen. Dies ist nun nicht mehr notwendig. Nach Meinung von Mercedes-Aufsichtsratschef wäre „Bernie nicht zu ersetzen“ gewesen. Überhaupt ist die Einstellung des Verfahrens für Mercedes, das eigentlich sehr großen Wert auf Compliance – also die Einhaltung von gesetzlichen und ethischen Normen – legt, sehr gut. Die Frage, wie man sich an einer Rennserie beteiligen kann, die von einem vor Gericht überführten Kriminellen geführt wird, wäre wohl nur schwer zu beantworten gewesen.

Geldstrafe tut Ecclestone nicht weh

Die Strafzahlung wird nicht dafür sorgen, dass Ecclestone künftig am Hungertuch nagen muss. Der frühere Gebrauchtwagenhändler ist Milliardär. Zuletzt wurde sein Vermögen auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Vermutlich wird es keine zwei Jahren dauern, bis er die 100 Millionen Dollar wieder eingenommen hat. Ecclestone arbeitet bereits fleißig daran, neue Märkte für seine Rennserie zu erschließen. So soll die Königsklasse künftig fast die Hälfte der Saison auf den beiden amerikanischen Kontinenten unterwegs sein. Derjenige, der dabei am meisten verdienen wird, ist der Brite selbst.