Aufregung um Renault-Wechsel

Aufruhr in der Königsklasse des Motorsports: Ein bevorstehender Wechsel des ehemaligen FIA-Mannes Marcin Budkowski zu Renault ist derzeit in aller Munde. Budkowski hatte bis Wochenanfang den Posten des Technikdirektors inne, womit er über intime Details aller Rennställe Bescheid weiß. Derzeit sitzt der Pole ein Arbeitsverbot ab, kann aber bereits im Jänner 2018 bei einem Team anheuern, mit Renault soll er sich bereits einig sein. Ob das auch etwas mit den Formel 1 Quoten ändern könnte, ist bisher noch nicht bekannt.

Teams sauer auf FIA

Charlie Whiting hat die Teams bereits darum gebeten, keine Informationen mehr an Budkowski zu schicken. Ursprünglich war der Pole als Nachfolger für Whitings Position in der Rennleitung vorgesehen, der Pole soll aber mit den aktuellen Entwicklungen unzufrieden sein und hat deshalb seinen Abgang forciert.

Die restlichen Rennställe zeigen sich über den bevorstehenden Renault-Wechsel not amused – und beriefen am Rande des Malaysia-GP prompt eine Sitzung der Teamchefs ein, um sich über das Thema auszutauschen. Beim nächsten Treffen der Formel-1-Strategiegruppe soll das Thema dann intensiver diskutiert und eine Lösung gefunden werden. Besonders die verhältnismäßige kurze Beschäftigungssperre von drei Monaten – zum Vergleich, bei Teampersonal in hoher Position beläuft sich diese meist auf zwölf oder 18 Monate – stößt den Teams sauer auf. Otmar Szafnauer von Force India etwa bezeichnete die Dauer des Arbeitsverbots als „nicht annähernd lange genug“, Mercedes-Boss Toto Wolff und Christian Horner von Red Bull äußerten sich ähnlich.

Kritik an Renault

Die Teams befürchten für kommende Saison einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Renault, da Budkowski die Franzosen mit signifikanten technischen Informationen über die aktuelle Auto-Generation versorgen kann. Um dies zu verhindern, soll eine Verlängerung der Sperre erreicht werden. Ob dieses Vorhaben umsetzbar ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt: die Verträge aller FIA-Mitarbeiter sind in Genf registriert, weshalb die schweizerischen Bedingungen gelten – und die sehen keine längeres Arbeitsverbot als drei Monate vor.
Neben der Kritik am Weltverband steht auch Renault am Pranger. Haas-Rennleiter Günther Steiner äußerte etwa, dass auch Renault Schuld am Konflikt ist, da man Budkowski trotz seiner FIA-Vergangenheit verpflichtet. Hier geht es zu den Formel 1 Weltmeister Wetten.