Bonuszahlungen: Williams möchte Ferrari ans Geld

Sportlich ist Ferrari seit den Tagen Michael Schumachers nicht mehr das Non-Plus-Ultra in der Formel 1, doch die Verhandlungsführer der Scuderia sind erstklassig. Dies beweisen aktuelle Zahlen zur Verteilung der TV-Gelder: Ferrari hat 2014 mehr Geld als Williams erhalten, obwohl man im Teamranking hinter den Briten landete. 2015 bekam man 192 Millionen US-Dollar und Williams musste sich mit 87 Millionen USD begnügen. Dabei landeten die Briten in der Teamwertung gerade einmal einen Platz hinter den Rennern aus Maranello. Der eine Platz war für Ferrari umgerechnet doppelt so viel wert. Bei Williams ist man darüber – freundlich ausgedrückt – nicht begeistert.

Valtteri Bottas Williams

Wikimedia, Morio (CC BY-SA 4.0)

Ferrari streicht 105 Millionen USD Bonuszahlungen pro Jahr ein

Ferrari verhandelte dafür, dass man in der Formel 1 bleiben würde, eine gigantische Bonuszahlung heraus. Nur dafür, dass man in der Königsklasse an den Start geht, erhält das italienische Team pro Jahr 105 Millionen USD Bonuszahlungen – also 18 Millionen USD mehr, als Williams für 2015 insgesamt erhalten hat. Ferrari hat auf diese Weise einen gigantischen finanziellen Vorsprung, den Teams wie Williams, die nicht einen Konzern wie Mercedes oder Red Bull im Rücken haben, nicht kompensieren können. Williams fordert deshalb eine Kürzung der Boni, die Ferrari erhält. Teamchefin Claire Williams erklärte, es sei schon in Ordnung, dass die Scuderia aufgrund ihrer großen Tradition und Zugkraft für die Marke Formel 1 einen Bonus erhalte, aber er dürfe nicht mehr derart gigantisch ausfallen.

Hinweis: Wirf einen Blick auf des nächste Rennen, den Formel 1 Grand Prix von Russland 2016.

Allerdings wird aus den Bonus-Kürzungen für Ferrari zeitnah nichts werden: Die aktuellen Verträge laufen bis 2020 und die Italiener werden nicht bereit sein, „die aktuellen Vereinbarungen zu zerreißen“, wie Formel 1-Boss Bernie Ecclestone es gefordert hat. Dies weiß auch Williams: Man werde jetzt nicht zu viel Liebesmüh in dieses Anliegen investieren, erklärte sie. Sondern damit bis 2020 warten, wenn neu verhandelt wird.