Gibt die Formel 1 das Token-System auf?

Das Token-System, das die Entwicklung der Motoren reglementiert, könnte möglicherweise aufgegeben werden. Dies berichten mehrere Medien übereinstimmend. Stattdessen soll es eine „Black- und Whitelist“ geben, die künftig aufschlüsselt, welche Entwicklungen gestattet sind und welche nicht. Auch dieser Ansatz erntet aber bereits Kritik: Adrian Newey befürchtet beispielsweise eine Kostenexplosion.

Grand Prix von Ungarn vor Start

Wikimedia, Derzsi Elekes Andor – saját munka, gemeinfrei

Token-System nicht richtig umgesetzt

Das Token-System sieht vor, dass die Teams nur eine bestimmte Anzahl von „Münzen“ pro Jahr in die Motorenentwicklung stecken dürfen. Zudem sind nicht alle Bereiche des Motors freigegeben, um an ihnen zu arbeiten. Richtig umgesetzt wurde jenes jedoch nie. Ursprünglich sollten die Teams mit Rückstand mehr entwickeln dürfen als die an der Spitze. Darauf hatte man sich 2012 und 2013 geeinigt. Stattdessen bekamen alle Teams gleich viele Tokens. 2015 durfte zudem erstmals in der Saison entwickelt werden. Das Ergebnis war zwar einerseits, dass Ferrari an Mercedes näher heranrückte, anders bauten die beiden führenden Teams ihren Vorsprung deutlich vor allen anderen aus. Renault und Honda sahen kein Land. Kommt es nun zu erneuten Regeländerungen in der Formel 1?

Die Idee der Listen

Die Black- und Whitelist würde sehr viel mehr Freiheit bedeuten – allerdings grundsätzlich für alle Teams. Die Whitelist zeigt an, wo entwickelt werden darf. Die Blacklist zeigt die verbotenen Bereiche an. Die Elemente auf der Whitelist können frei entwickelt werden, ohne jede Begrenzung. Im Klartext droht so die Gefahr, dass die Teams und Hersteller, die viel investieren können, noch weiter wegziehen. Newys Befürchtungen gehen beispielsweise genau in diese Richtung.