Wie führt man die Formel 1 aus der Zuschauerkrise?

Es ist die eine Frage, die alle Personen, die irgendwie mit der Königsklasse zu tun haben, bald lösen müssen. Sonst gibt es bald keine Königsklasse mehr. Ein Hebel, an dem relativ einfach anzusetzen wäre, sind die Startzeiten. Die Rennen laufen in Europa überwiegend am Sonntag Nachmittag, was insbesondere im Sommer alles andere als eine ideale Regelung ist. Geht es nach FIA-Präsident Jean Todt, soll damit nun bald schon Schluss sein.

Todt will um 18 Uhr starten lassen

Dem FIA-Präsident schwebt eine Startzeit um 18 Uhr vor. „Dann können die Leute erst an den Strand, anschließend wieder nach Hause und dem Rennen zusehen“, so der FIA-Präsident. Diese Startzeit sei deshalb sehr viel besser geeignet als beispielsweise ein Rennstart um 13 Uhr.

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Das Problem mit den späteren Startzeiten

Digitaluhr Formel 1

Abb.1: lizenzfrei

Neu ist dieser Vorschlag nicht. Auch die TV-Anstalten haben bereits signalisiert, dass ihnen eine solche Startzeit gut gelegen komme. Warum also gibt es sie noch nicht? Das Problem liegt an den Rennstrecken selbst. Nach jedem Grand Prix gibt es ein Verkehrschaos von den Kursen weg. Die Teams müssen Stunden warten, bis sie abreißen können. Für die Rennställe wäre eine Abreise am Sonntag Abend bei späteren Startzeiten praktisch unmöglich. Die neuerliche Übernachtung würde viel Zeit, Geld und Nerven kosten.

Auch bei den Zuschauern, die an den Kurs kommen, befürchtet man Probleme. Wenn das Rennen um 20 Uhr beendet ist, so lautet die bittere Realität, dass man wohl erst zwischen 22 und 23 Uhr vom Kurs weggekommen ist – je nachdem, wie lange der Heimweg ausfällt, könnten sich nicht wenige Fans dafür entscheiden, dann lieber gar nicht an die Strecke zu kommen.