Mercedes kritisiert Budgetgrenze

Formel-1-Eigentümer Liberty Media plant ab 2021 erhebliche Kostenreduzierungen in der Königsklasse. Während die kleineren Rennställe schon länger eine Budgetobergrenze fordern, wehren sich die Topteams bislang gegen Einsparungen. Besonders bei Branchenprimus Mercedes zeigt man sich von den Plänen der Formel 1 Besitzer Liberty Media wenig erfreut.

Toto Wolff Teamchef Mercedes Formel 1

Wikimedia, AngMoKio (CC BY-SA 4.0)

Budgetgrenze „nicht realisierbar“

Im Interview mit ‚Sky Sports F1‘ stellte Teamchef Toto Wolff klar, dass er eine Reduzierung des Jahresbudgets auf maximal 150 Millionen US-Dollar für „nicht erreichbar“ halte. „Das ist für die großen Teams viel zu wenig“, erklärte der Österreicher. Stattdessen plädiert Wolff für einen „vernünftigen Gegenvorschlag, denn wir leben alle in der gleichen finanziellen Realität.“ In die selbe Kerbe schlug Landsmann und Mercedes-Kollege Niki Lauda, der sich zwar grundsätzlich gesprächsbereit zeigt, den derzeitigen Schritt aber ebenfalls als zu groß empfindet.

Liberty Media versuchte im Vorschlag der „Vision 2021“ bereits, den großen Werksteams entgegenzukommen. So sind die Fahrergehälter, das Gehalt des bestbezahlten Mitarbeiters sowie Marketingausgaben in den 150 Millionen nicht inkludiert. Ein Umstand, der Wolff wenig beeindruckt: „Wenn wir all diese Dinge dazuzählen, kommen wir eher auf 250 Millionen. Das klingt dann schon nicht mehr ganz so verrückt“, äußerte der 45-jährige. Wolff sorgt sich vor allem um die Strukturen der Formel 1 Jobs bei den Silberpfeilen. Derzeit beschäftigt das Weltmeister-Team rund 860 Mitarbeiter und verfügt über ein Jahresbudget von ca. 325 Millionen Euro. Entlassungen wären bei Einsparungen wohl unumgänglich – ein Umstand, der Mercedes Sorgenfalten bereitet.

Nur Ferrari mit Bonus?

Sauer stößt Silberpfeil-Chairman Niki Lauda auch auf, dass Ferrari voraussichtlich Extrawürste von Liberty gebraten bekommt. Die Scuderia soll zusätzlich 40 Millionen jährlich erhalten, um den Traditionsrennstall, der zuletzt öffentlich mit einem Ausstieg drohte, zum Bleiben zu bewegen. Der dreimalige Weltmeister Lauda fordert dieses Privileg auch für andere große Teams wie etwa Mercedes oder Red Bull Racing, denn diese seien für die Königsklasse ebenso wichtig wie die Roten aus Maranello.