Wende im Titelkampf?

Das Rennwochenende in Barcelona zeigte ein Abbild der vergangenen vier Jahre: Mercedes war in der katalanischen Hauptstadt das dominierende Team. Sowohl bei den Silberpfeilen als auch der Konkurrenz stellt sich nach dem Europa-Auftakt die Frage, ob dem Weltmeister die Trendwende im Titelkampf gelungen ist. In diesem Jahr haben jedenfalls schon beide Fahrer erneut gezeigt, dass sie wissen wie man ein erfolgreicher Formel 1 Fahrer werden kann.

Formel 1 Hamilton Mercedes AMG

Wikimedia, David Hernandez (CC BY-SA 2.0)

Die „Diva“ gezähmt?

Teamchef Toto Wolff zeigte sich nach dem ersten Doppelsieg des Jahres zufrieden, warnte aber vor überschwelliger Euphorie. „In Monaco kann es wieder anders aussehen, da haben wir uns zuletzt schwer getan. Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber dran bleiben“, so der Österreicher. In die selbe Kerbe schlug Weltmeister Lewis Hamilton, der in Spanien seinen zweiten Saisonerfolg feierte. „Das war schon eher ein Wochenende nach meinen Geschmack, aber wir müssen weiter hart arbeiten“, sagte der Brite, der rechtzeitig zum ersten Europa-Rennen seine Galaform auspackte. „Das Auto und ich werden langsam eins, so wie sich das im Vorjahr angefühlt hat“, bilanzierte der 33-jährige zufrieden. Auch für Teamkollege Valtteri Bottas lief das Wochenende nach der Baku-Enttäuschung gut, nach der knapp verpassten Pole-Position verbesserte sich der Finne mit Rang zwei auf den dritten Platz in der Meisterschaft.

Enttäuschung bei Ferrari

Rauchende Köpfe hinterlässt der Grand Prix in Spanien hingegen bei WM-Favorit Ferrari. Die Roten, bisher besonders im Qualifying stärkste Kraft, mussten sich bereits am Samstag geschlagen geben und verpassten am Sonntag sogar das Podium. Während Kimi Räikkönen erneut Pech hatte und das Rennen vorzeitig beenden musste, kostete eine fragwürdige Strategie Sebastian Vettel Rang zwei. Die von Pirelli mit dickerer Lauffläche ausgestatteten Reifen bereiteten der Scuderia besonders im Longrun Probleme, im Gegensatz zur Konkurrenz präsentierte sich die „rote Göttin“ als reifenmordend. Während Teamchef Maurizio Arrivabene wieder einmal in der Kritik steht, zeigte sich Vettel nach dem Rennen gelassen. „Wir müssen das genau analysieren, aber ich glaube nicht, dass Mercedes jetzt die WM dominieren wird. Wenn wir alles hinbringen sind wir wieder dabei“, so der zweifache Saisonsieger.