Grosjean in der Kritik

Obwohl Haas F1 das Überraschungsteam der Saison 2018 ist, läuft es bei Romain Grosjean bislang alles andere als rund. Während Teamkollege Kevin Magnussen bisher starke Leistungen bot und einige Punkte sammeln konnte, ist der Franzose neben Williams-Rookie Sergej Sirotkin der einzige Pilot ohne Zähler. Der ehemalige Sky-Experte Marc Surer zählt den 31-jährigen bereits an. Die Frage wie wird man Formel 1 Fahrer, hat er allerdings schon eindrucksvoll beantwortet.

Surer: Grosjean fehlt die Übersicht

Nach dem starken Auftakt in Australien, wo Grosjean auf dem Weg zu Rang fünf wegen eines verpatzten Boxenstopps aufgeben musste, wendete sich das Blatt seit Bahrain zu Ungunsten des Franzosen. Besonders die beiden letzten Rennen in Aserbaidschan und Spanien entwickelten sich für den ehemaligen Lotus-Piloten zu einem Fiasko. In Baku warf er durch einen Crash hinter dem Safety-Car sichere Punkte weg, in Barcelona crashte er bereits in Kurve eins und räumte Nico Hülkenberg und Pierre Gasly ab. Besonders der Deutsche kritisierte Grosjean daraufhin scharf, sprach ihm sogar die Qualität für die Königsklasse ab.

Nachdem der gebürtige Schweizer in seiner Anfangszeit sogar eine Rennsperre absitzen musste und als „Crashjean“ verspottet wurde, ging es in den letzten Jahren stets bergauf, für 2019 wurde er sogar als möglicher Räikkönen-Nachfolger bei Ferrari gehandelt. Eine Drucksituation, die dem 31-jährigen zusetzten könnte, wie Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer vermutet. „Mir scheint, wenn bei Grosjean etwas nicht läuft, dann kommt er in diesen Tunnelblick. Da fehlt ihm die Übersicht“., so der Schweizer und sieht 2019 als letzte Chance, ein Topcockpit zu ergattern: „Er weiß, wenn es diesmal nicht klappt, klappt es nie. Das wissen auch andere wie ein Perez, die darauf hoffen, und man sieht, sie fahren nicht unbedingt besser. Wahre Champions werden unter Druck stärker, bei Grosjean scheint das nicht der Fall zu sein.“

Baldiges Haas-Aus?

Gerüchten zufolge soll auch bei Teambesitzer Gene Haas die Geduld mit seinem Piloten bereits strapaziert sein. Während Teamkollege Kevin Magnussen nach einem schwierigen Vorjahr heuer deutlich verbessert agiert, fällt Grosjean eher durch Gejammer am Boxenfunk und Dreher auf. In den nächsten Rennen muss der Franzose das Ruder herumreißen, will er in der Formel 1 eine Zukunft haben.