Wackelt der Große Preis von Russland?

Droht der Große Preis von Sotchi zu entfallen?

Wikimedia, Victorgrigas (CC BY-SA 3.0)

In diesem Jahr sollte erstmals seit langer Zeit wieder ein Rennen in Russland stattfinden. Als Schauplatz des Geschehens wurde die Stadt Sotchi gewählt. Exakt dort, wo vor wenigen Wochen noch die Olympischen Winterspiele stattfanden, sollten eigentlich im Spätsommer die Formel 1-Turbos heulen. Doch inzwischen ist auf der politischen Bühne extrem viel passiert. Über die Krise in der Ukraine sind Russland und der Westen aneinandergeraten. Dies könnte Konsequenzen für das Rennen haben.

Lauf droht den Sanktionen zum Opfer zu fallen

Eigentlich sollte genau der Eindruck, dass die politische Krise den Lauf gefährde, nicht aufkommen. Bernie Ecclestone, der derzeit in München vor Gericht steht und von einer langen Gefängnisstrafe bedroht ist, traf sich deshalb vor wenigen Wochen mit Wladimir Putin, um den demonstrativen Schulterschluss darüber zu zeigen, dass das Rennen auf jeden Fall stattfinden werde.

Doch dies sieht man im britischen Unterhaus anders: Grund sind die Sanktionen. Durch diese werde zwar nicht das Rennen direkt gestrichen, aber der Lauf faktisch unmöglich gemacht, heißt es aus dem britischen Parlament. Sollten nämlich die weiteren Sanktionen gegen Russland, über die momentan diskutiert wird, verabschiedet werden, können Geldtransfers in das größte Land der Erde nicht mehr durchgeführt werden. Ohne diese kann allerdings kein Formel 1 Rennen stattfinden.

Warum braucht man die Geldtransfers?

Mit der Formel 1 ist eine gewaltige Logistik verbunden. Autos, IT und Werkzeuge müssen an die Strecke gebracht werden. Gleiches gilt für das Pressecorps, das die Königsklasse des Motorsports begleitet. Darüber hinaus muss der riesige Tross auch irgendwo übernachten. Die Sponsoren wollen ebenfalls vor Ort Events durchführen. All dies funktioniert nicht mehr, wenn man vor Ort kein Geld hat und nicht einmal mehr mit einer amerikanischen oder europäischen Kreditkarte bezahlen kann.

Die Verantwortlichen in Sotschi wollten sich auf Nachfrage, ob das Rennen vielleicht ausfalle, überhaupt nicht äußern – was schon ausgesprochen vielsagend ist. Hinzu kommt, dass die Politiker des Westens offenbar auch darüber nachdenken, die Sanktionen gezielt so zu schneidern, dass das Rennen ausfallen muss – um ihrem Gegenüber Wladimir Putin auf diese Weise eine Ohrfeige zu geben.