Darum wird Hamilton Formel 1 Weltmeister

Es ist für die TV-Zuschauer jedes Mal wieder ein Erlebnis, wenn sich Mercedes-Renningeneur Peter Bonnington bei seinem Fahrer Lewis Hamilton meldet und ihm mitteilt: „Okay Lewis, it’s hammer time!“ Damit signalisiert er unnachahmlich, dass jetzt die Runden anstehen, in denen der Brite alles geben muss, um das Rennen zu gewinnen. Und Hamilton ist ein Meister darin, dies umzusetzen. Der Spruch und die Reaktion des Mercedes-Piloten sind ein erstklassiges Beispiel dafür, weshalb der Formel 1-Weltmeister der Saison 2014 Lewis Hamilton heißen wird: Der Brite weiß, wann er zuschlagen muss.

Lewis Hamilton Mercedes AMG Formel 1 Rennen

Abb.1: Wikimedia, emperornie (CC BY-SA 2.0)

Hamilton hat den Killer-Instinkt

In gewisser Hinsicht erinnert Hamilton an Michael Schumacher in seinen Ferrari-Jahren: Der Brite ist im besten Sinne ein perfektionistischer Killer. Immer wieder fragt er bei der Box nach, wo er noch schneller sein kann und wo er Zeit verliert. Rückschläge halten ihn nicht auf: Wenn nötig, kämpft er sich auch wieder durch das gesamte Feld nach vorne. In Monza übte er so viel Druck auf seinen Teamkollegen Nico Rosberg aus, dass er diesen in einen Fehler hetzte und den Rennsieg erbte. Muss Hamilton überholen, macht der Weltmeister von 2008 dies kompromisslos. Wer im Auto vor Hamilton sitzt, weiß nur eines sicher: Der Brite wird es in jedem Fall versuchen. Schonung ist nicht zu erwarten.

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Hamilton macht kaum Fehler

Die Szene in Monza mit Rosberg ist ein weiteres gutes Beispiel, warum sich Hamilton am Ende den Titel sichern wird: Im Gegensatz zu seinem deutschen Teamkollegen macht der Brite kaum Fehler. Fällt Hamilton aus, so war es in dieser Saison stets die Technik, die ihn gestoppt oder zumindest einer besseren Platzierung beraubt hat. Fehler wie Rosberg, der bereits mehrfach in dieser Saison deutlich sichtbar Nerven gezeigt hat, macht der Engländer, den Fernando Alonso als „besten Fahrer der Welt“ adelte, nicht.

Hamilton ist ein Racer

Lewis Hamilton ist zudem der bessere Racer der beiden Mercedes-Piloten: Es liegt ihm sehr viel mehr im Blut, im Rennen auf der Strecke sein Können mit den anderen Fahrern zu messen. Wenn es Rad an Rad geht, so sind die anderen Fahrer meist ängstlich darum besorgt, einen folgenschweren Fehler zu machen, der sie ein gutes Ergebnis kosten wird. Hamilton scheint sich hingegen in solchen Momenten im Cockpit erst richtig zu entspannen. Und dies gilt nicht nur, wenn er angreift. In dieser Saison zeigte er zudem eindrucksvoll, dass er auch zu den besten Piloten im Feld gehört, wenn es darum geht, seine Position zu verteidigen. Hamilton sagte einmal, dass man manchmal erst verlieren müsse, um zu lernen, wie man gewinnt. Die Lehrzeit des Briten ist beendet.