Formel 1 für Frauen: Wie realistisch ist die Idee?

So gut wie alle Sportarten gibt es in getrennten Varianten für Männer und Frauen. Der Rennsport ist eine der wenigen Ausnahmen. Die Konsequenz: Frauen sind die Ausnahme. Bis heute hat keine Frau ein Formel 1 Rennen gefahren. Vielleicht war es diese Überlegung, die Bernie Ecclestone dazu animierte, eine Formel 1 für Frauen vorzuschlagen.

Ecclestones Vorschlag im Detail:

Ecclestones Idee sieht vor, an jedem Rennwochenende zwei Läufe ausfahren zu lassen. Vor dem eigentlichen Grand Prix soll es ein Rennen ausschließlich für Frauen geben. Der Brite nennt zwei Vorteile: Zum einen würden solche Rennen sicherlich große Aufmerksamkeit anziehen, zum anderen bekämen Frauen endlich ausreichend Zeit im Cockpit.

Wirf einen Blick auf das nächste Rennen, den Großen Preis von Spanien 2015 in Barcelona

FIA und die meisten Frauen dagegen

Susie Wolff Team Williams F1

Wikimedia, RandstadCanada (CC BY 2.0)

Diese Idee war nur wenige Minuten als Testballon in der Luft, da wurde sie auch schon wieder unsanft auf den Boden der Tatsachen geholt. Die FIA-Frauen-Kommission war komplett dagegen. Sie ließ wissen, dass sie „verärgert und enttäuscht“ sei, dass Engländer Frauen nur dafür ausnutzen wolle, um seine Show aufzuwerten. Kommissionspräsidentin Michee Mouton fügte noch an, dass sie wirklich glaube, dass sich Frauen mit den Männern auf der Strecke messen wollten.

Ähnlich argumentieren auch die meisten Rennfahrerinnen (mit Ausnahme von z.B. Carmen Jorda, der die Idee gefällt). Susie Wolff, die eigentlich auf einen Renneinsatz in diesem Jahr im Williams gehofft hatte, wozu es aber wohl nicht kommen wird, sprach ebenfalls von einer Herabsetzung der Frauen, wenn man diesen verwehren würde, sich in der Formel 1 mit den Männern zu messen.

Die Formel 1 Teams selbst äußerten sich ebenfalls sehr defensiv gegenüber der Idee. Wie realistisch ist die Idee also? Eines Tages mag es eine Frauen Formel 1 geben, doch zeitnah werden wir dies wohl kaum erleben.