Force India: Zoff nach Spa-Kollision

Bei Force India hängt wiedermal der Haussegen schief. Zum wiederholten Mal in dieser Saison kamen sich Esteban Ocon und Sergio Perez beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps in die Quere. Bereits in Kanada und Aserbaidschan waren die Beiden aneinander gekracht, in Spa kam es gleich zu zwei Berührungen, woraufhin Perez sein Rennen beenden musste und Ocon wichtige Punkte verlor. Bei den Formel 1 Wetten haben sich daher auch die Live-Quoten rapide verändert.

Streit eskaliert

Der Franzose war nach dem Rennen stinksauer und ging sogar soweit, Perez des „Mordversuchs“ zu bezichtigen. Der 28-jährige Perez, seit 2014 bei den Indern unter Vertrag, zeigte sich auf Twitter von den Äußerungen seines Stallgefährten „enttäuscht“, gestand aber ein, an der ersten Kollision die alleinige Schuld zu tragen. Die ständigen Zwischenfälle auf der Strecke, die unter anderem auch die Mercedes-Bosse Niki Lauda und Toto Wolff als „Dummheit“ bezeichneten, rufen auch die Teamführung Force Indias auf den Plan. Otmar Szafnauer kündigte bereits an, seine Fahrer nicht mehr frei gegeneinander fahren zu lassen. Speziell für Perez könnten die ewigen Querelen aber auch weitreichendere Folgen haben, da ihn die Formel 1 Wettanbieter nun sicherlich auch anders behandeln werden.

Perez vor Abschied?

Da das Verhältnis zwischen den beiden Teamkollegen wohl so zerrüttet ist, dass eine gemeinsame Zukunft bei Force India sehr unwahrscheinlich erscheint, muss sich der Mexikaner um Alternativen umschauen. Force India hat bereits signalisiert, unbedingt mit Mercedes-Junior Ocon weitermachen zu wollen, was auch im Interesse der Mercedes-Granden wäre. Bisher galt auch Perez als gesetzt, nach den jüngsten Ereignissen dürften die Verantwortlichen allerdings den Glauben daran verloren zu haben, dass sich die Streithähne zusammenraufen. Gegen Perez sprechen auch angeblich sehr hohe Gehaltsforderungen, die Force India zusätzlich abschrecken könnten.

Viele Optionen für 2018 bleiben dem Mexikaner nicht. Bei Renault gehört er zum Kandidatenkreis, ist aber nicht erste Wahl. Eine andere Tür könnte sich bei Williams auftun, da Felipe Massas Zukunft ungewiss ist und an den Gerüchten um einen Alonso-Wechsel zum britischen Traditionsrennstall nichts dran sein dürfte.