Kanada GP: Diskussionen um die Rennkommissäre

Sportlich hatte der Grand Prix von Kanada zumindest ganz vorne wenig Neues zu bieten. Lewis Hamilton gewann vor Nico Rosberg – Business as usual. Für Schlagzeilen sorgten stattdessen die Renn-Kommissäre. Diese besondere Spezies Formel 1-Mensch ist eigentlich dafür bekannt, viel zu schnell zu harte Strafen zu verhängen. In Kanada passierte genau das Gegenteil: Gleich zwei Szenen, die eigentlich hätten bestraft werden müssen, blieben ungeahndet bzw. viel zu lasch bestraft.

Vettel hätte bestraft werden müssen

Szene Nummer eins gehörte Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot fuhr eigentlich ein großes Rennen, in dem er sich von Platz 18 auf den fünften Rang vorkämpfte. Allerdings gab es einen finsteren Moment: Im Rahmen seiner Aufholjagd wollte er unbedingt an Nico Hülkenberg vorbei, konnte den mit Mercedes-Power angetriebenen Force India allerdings nicht auf der Geraden überholen. Vettel versuchte stattdessen, sich in einer Kurve, wo es keinerlei Platz gab, vorbei zu quetschen. Hülkenberg wich aus, um einen Crash zu vermeiden. Dabei drehte er sich. Die Stewarts sahen keinen Grund für eine Strafe, was zu heißen Diskussionen führte.

Wikimedia, Morio (CC BY-SA 4.0)

Wikimedia, Morio (CC BY-SA 4.0)

Grosjean erhält nur fünf Sekunden Strafe

Noch heißer diskutiert wurde eine Szene zwischen Roman Grosjeans im Lotus und Stevens im Marussia Manor. Der Franzose fuhr seinem Gegner über den Flügel und hatte später noch den Nerv, sich am Boxenfunk zu beschweren. Diesmal handelten die Stewarts und gaben fünf Sekunden Strafe. Grosjeans musste – genau wie sein Gegner – anschließend zur Box und das Auto reparieren lassen. Bei der Ausfahrt überfuhr er die durchgezogene weiße Linie, was eigentlich auch hätte bestraft werden müssen, jedoch ausblieb. Force India hatte dabei sogar noch nachträglich eine Strafe gefordert.

Wirf einen Blick auf das nächste Rennen, den Grand Prix von Großbritannien in Silverstone

Boxenfunk von Mercedes möglicherweise verwarnt

Für Diskussionen sorgte auch der Boxenfunk von Mercedes. Der Kommandostand von Mercedes gab Lewis Hamilton immer wieder Informationen, die eigentlich unter die verbotenen Fahrhilfen fielen. Offiziell geschah deshalb nichts. Allerdings hörte Rosberg später von der Box, als er ähnliche Informationen abfragen wollte: „Ich kann das nicht kommentieren“. Offenbar ist Mercedes inoffiziell verwarnt worden.