Mercedes bald mit B-Team?

Serienweltmeister Mercedes spielt offenbar mit dem Gedanken, ein zweites Team werksseitig zu unterstützen. Gegenüber „ESPN“ äußerte Teamchef Toto Wolff Interesse an einem Satellitenrennstall der Silberpfeile.

Vorbild Ferrari

Hintergrund der Überlegung ist der Schachzug der Scuderia Ferrari, Sauber zu unterstützen. Die Italiener steigen 2018 mit der Marke Alfa Romeo als Namenspartner bei den Schweizern ein, darüber hinaus besteht eine Technikpartnerschaft. Wolff bezeichnet dieses Vorgehen als „clever“ und sieht im WM-Kampf mögliche Vorteile für Ferrari. Das würde man auch an den Formel 1 Wetten sehen können.  Die Roten haben durch die starke Vernetzung mit Sauber zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten, mit Charles Leclerc sitzt kommende Saison auch ein Ferrari-Junior im Cockpit der Schweizer.

Für den Österreicher verfolgt die Scuderia damit eine Strategie, die für große Werksteams die Zukunft bedeuten könnte. Auch die Silberpfeile überlegen derzeit, inwiefern ein B-Team sinnvoll wäre. Neben den Vorteilen bestehen laut Wolff nämlich auch Risiken. „ Wir wollen unsere Leute nicht mi einer Kooperation zusätzlich belasten, das macht es knifflig“, äußerte der Mercedes-Boss Bedenken.

Bereits vor einigen Jahren gab es Gerüchte, dass der Weltmeister-Rennstall über eine enge Kooperation mit einem anderen Team nachdenke. Mit Manor Racing, das mittlerweile den F1-Betrieb eingestellt hat, bestand eine technische Partnerschaft, die Mercedes-Junioren Pascal Wehrlein und Esteban Ocon konnten beim britischen Rennstall erste Erfahrungen in der Königsklasse sammeln. Auch mit Force India sind die Stuttgarter eng vernetzt. Der indische Rennstall bezieht Motor und Getriebe von Mercedes, im Cockpit nimmt mit Ocon seit der vergangenen Saison ein Silberpfeil-Fahrer Platz, was aber keinen allzu großen Einfluss auf die Formel 1 Quoten hat.

Satellitenteams keine Neuheit

Ganz neu ist die Idee eines Satellitenteams nicht. Red Bull betreibt bereits seit dem Einstieg zwei Teams, die Scuderia Toro Rosso fungiert dabei immer wieder als Testbecken für junge Talente. Anfangs fuhren beide Teams sogar mit identen Chassis, diese Möglichkeit wurde von der FIA aber 2010 unterbunden. Auch Honda hatte zwei Jahre lang ein B-Team, der damalige Super Aguri-Rennstall war eng mit den Japanern vernetzt.