Neuauflage des Bullen-Stallkriegs?

Red Bull Racing ist das Team mit der größten Steigerung seit der Sommerpause, was sich auch an den Formel 1 Quoten widerspiegelt. Wie im vergangenen Jahr starteten die Bullen verhalten in die Saison, wurden aber immer besser und gewannen zwei der letzten fünf Grand Prix. 2018 will man in Milton Keynes von Anfang an bei der Musik sein, um am Ende erstmals seit 2013 die WM-Krone zu erobern.

Gutes Verhältnis zwischen den Fahrern

Neben dem harten Kampf mit Mercedes und Ferrari bahnt sich auch ein Red Bull-interner Fight an. Daniel Ricciardo und Max Verstappen lieferten sich bereits letztes Jahr und heuer ein Duell auf Augenhöhe. Während auf eine schnelle Runde der Holländer als der schnellere Mann gilt, zeigt Ricciardo vor allem im Rennen seine Qualitäten und schlug seinen Teamkollegen jeweils nach Punkten – und zwar auch in den Formel 1 Weltmeister Wetten.

Trotz der Rivalität ist das Verhältnis der beiden Piloten auffallend gut. Bei gemeinsamen Pressekonferenzen rennt regelmäßig der Schmäh, beide sprechen in den höchsten Tönen von einander. Ricciardo bezeichnete Verstappen unlängst als „härtesten Teamkollegen“ der Königsklasse, der Youngster lobt vor allem den Charakter des als „Sunnyboy“ geltenden Australiers.

Härtere Bandagen im Titelkampf?

Dass ein gutes Verhältnis zwischen Teamkollegen schnell kippen kann, hat man jüngst bei Mercedes gesehen. Lewis Hamilton und Nico Rosberg galten lange Zeit als gute Freunde, bis die persönliche Beziehung am erbitterten Kampf zerbrach. Auch bei Red Bull hat man mit teaminternen Zwists Erfahrung. 2010 kämpften Sebastian Vettel und Mark Webber um den Titel, das Duell gipfelte in Istanbul sogar in einem Crash. Am Ende wurde der Deutsche erstmals Weltmeister, Webber vermutete eine Bevorzugung des damals 23-jährigen.

Obwohl Vettel in der Folge meist die Oberhand hatte und drei weitere WM-Titel für Red Bull errang, kam es in den nächsten Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fahrern, besonders die Stallorder-Affäre in Malaysia 2013, die als „Multi 21“ Berühmtheit erlangte, dürfte den Verantwortlichen nur zu gut im Gedächtnis geblieben sein.