Rosberg glaubt nicht an Vettel-Titel

Formel 1-Weltmeister Nico Rosberg glaubt nicht, dass Ferrari und Sebastian Vettel ihre Performance aus der ersten Saisonhälfte bestätigen und den WM-Titel einfahren. Der amtierende Champion, der die Meisterschaft 2016 auf Mercedes gewann und danach seinen Rücktritt bekanntgab, zollt der Scuderia angesichts der Fortschritte über den Winter zwar Respekt, geht aber davon aus, die Roten ihr Pulver bereits verschossen haben.

„Ferrari hat über den Winter wirklich einen tollen Job gemacht, aber jetzt wird es ein Entwicklungsrennen. Da tue ich mich schwer zu glauben, dass Ferrari mithalten kann“, sagte Rosberg gegenüber „SportBild“. Die Frage, wer wird Formel 1 Weltmeister 2017? wird aber auch Rosberg nicht beantworten können.

Nico Rosberg Stars Nacht

Wikimedia, AngMoKio (CC BY-SA 4.0)

Nach dem souveränen Mercedes-Doppelerfolg in Silverstone Mitte Juli glaubte der Deutsche bereits an eine Überlegenheit der Silberpfeile, Ferrari konnte beim letzten Rennen vor der Sommerpause am Hungaroring allerdings zurückschlagen. Beim kommenden Grand Prix in Belgien erwartet Rosberg aber erneut einen Sieg seines Ex-Rennstalls, da „Spa wieder voll eine Mercedes-Strecke sein müsste. Da dürfte Ferrari kaum eine Chance haben.“

Vettels Kompromisslosigkeit ein Vorteil?

Neben seinen Prognosen im Titelkampf lässt der Weltmeister außerdem mit Kritik an Ferrari-Star Vettel aufhorchen. Angesprochen auf den Zwischenfall in Baku, wo der WM-Leader mit einem absichtlichen Rempler gegen Mercedes-Pilot Lewis Hamilton für Schlagzeilen gesorgt hatte, findet Rosberg klare Worte: Man weiß ja, dass er seine Emotionen nicht im Griff hat, letztes Jahr hat er in Mexiko den Rennleiter am Funk beschimpft. In dieser Extremität hat es mich dann aber doch überrascht.“

Diese vermeintliche Schwäche Vettels könnte jedoch für den vierfachen Weltmeister auch ein Vorteil sein: „Diese dicke Haut, die Konsequenzen eines solchen Handelns zu tragen, das ist auch eine Stärke von Sebastian. Kurzfristig und in dem Moment mag das schwach wirken – über eine ganze Saison hinweg kann diese Abgebrühtheit den Unterschied machen. Der Grundcharakter ist allen Widerständen zum Trotz auf Sieg gepolt – das kann nicht schaden.

Der Deutsche Vettel führt die Weltmeisterschaft nach 11 von 20 Saisonrennen mit 202 Zählern vor dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton (188) und Valtteri Bottas (169) an. Aktuell befindet sich die Königsklasse in der Sommerpause, das nächste Grand-Prix-Wochenende findet von 26.-28. August in Belgien statt.