Gelungenes Schumi-Debüt in Bahrain

Ferrari-Junior Mick Schumacher hat bei seinem ersten Formel-1-Einsatz eine gute Figur abgegeben. Der 20-jährige Sohn von Rekordweltmeister Michael war bei den Testfahrten zwei Tage nach GP von Bahrain als Young Driver für die Scuderia Ferrari – dem Rennstall, mit dem sein Vater fünf Titel gewann – eingeteilt und konnte auf Anhieb überzeugen.

Verstappen verhindert Bestzeit

Es war ein großer Moment für Formel-1-Nostalgiker. Um 9:12 Ortszeit begann die erste Ausfahrt des Formel-2-Piloten, zehn Jahre nachdem Schumi sen. letztmals einen roten Renner pilotiert hatte (seinen letzten F1 Weltmeister Titel gewann er im Jahr 2004). Nach einem Vormittagsprogramm von 31 Runden musste der Test wegen anhaltender Regenschauer abgebrochen werden, nach vierstündiger Pause konnten die Boliden aber wieder auf die Strecke gehen. Auf abtrocknender Strecke setzte Schumacher dann noch ein Highlight, indem er Bestzeit fuhr und das Klassement damit kurzzeitig sogar anführte. Aus dem märchenhaften Ende wurde letzlich knapp nichts, Red Bull-Pilot Max Verstappen spielte den Spielverderber und setzte sich kurz vor Schluss an die Spitze.

Nach dem ersten Einsatz schwärmte Schumi jun. „Ich muss schon sagen, das marschiert auf jeden Fall gut auf der Geraden und auch aus den Kurven raus“, zeigte er sich vom SF90 beeindruckt und bezeichnete die Erfahrung als „unbeschreiblich“. Auch für die anwesenden Medienvertreter war die Rückkehr des Namen Schumacher in den Ferrari eine große Sache. Auf Schritt und Tritt wurde die Jungfernfahrt des 20-jährigen begleitet, auch ein Hospitality-Plausch mit Mutter Corinna und Sebastian Vettel, der als guter Freund seines Vaters gilt, wurde hundertfach fotografiert.

Stammcockpit hat keine Eile

Trotz des gelungenen Einstands bleibt Schumacher am Boden. Nachdem er am Wochenende beim Formel-2-Debüt die Plätze acht und sechs belegt hatte, waren Fragen laut geworden, ob der 20-jährige bereits reif für ein Cockpit in der Königsklasse ist. Der Deutsche will „so gut vorbereitet wie möglich in die Formel 1 einsteigen“ und ist sich im Klaren, dass „das einfach seine Zeit braucht“. Klar ist: nie war ein Nachwuchsfahrer wohl dermaßen unter Druck wie der Sohn des siebenfachen Champions.