Ferrari und Vettel patzen erneut

Nach dem Großen Preis von Japan 2018 ist der WM-Zug für Sebastian Vettel und Ferrari wohl endgültig abgefahren. Während Konkurrent Lewis Hamilton von Sieg zu Sieg eilt, leistete man sich in Maranello erneut schwerwiegende Fehler. Vier Rennen vor Schluss ist der Rückstand in beiden Weltmeisterschaften auf über 60 Punkte angewachsen.

Lange Pannenserie in Rot

Bereits am Samstag griff die Scuderia daneben, als einziges Team schickte man in Q3 seine Fahrer auf Intermediates ins Rennen – und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal die ersten Regentropfen in Suzuka zu sehen waren. Zu viel Risiko und am Ende nur die Startplätze vier für Räikkönen und acht für Vettel. Das der Deutsche nur in die vierte Startreihe fuhr, hatte er sich aber auch selbst zuzuschreiben – ein unnötiger Ausritt in der Spoon-Kurve machte ein besseres Ergebnis unmöglich. Auch im Rennen wurde dem WM-Zweiten dieser Streckenabschnitt zum Verhängnis, im Kampf um Rang drei war der Heppenheimer gegen Verstappen zu aggressiv und musste nach einem Dreher eine Aufholjagd starten, die er als Sechster beendete.

Suzuka reiht sich damit in eine beispiellose Pannenserie bei Ferrari an, die Mercedes den F1 WM-Titel auf dem Silbertablett serviert. In Aserbaidschan verspielte Vettel mit einem Verbremser den möglichen Sieg und wurde nur Vierter , beim folgenden Grand Prix in Spanien stimmte die Strategie beim 31-jährige nicht, womit er einen Podestplatz aus der Hand gab. In Frankreich crashte Vettel in der Startphase in Valtteri Bottas, mit Rang fünf verlor er weitere wertvolle Punkte im Kampf gegen Hamilton. Der bitterste Moment folgte für den Hessen beim Heimspiel in Hockenheim: den Sieg vor Augen rutschte Vettel bei nasser Fahrbahn von der Strecke und stand am Ende mit null Punkten da. Auch in Monza patzte der 52-fache GP-Sieger im Zweikampf mit Hamilton und wurde nur Vierter.

Arrivabene vor dem Aus?

Obwohl der Ferrari über weite Strecken dem Mercedes ebenbürtig war, verpassen die Roten erneut den WM-Titel. Die Ablöse von Teamchef Maurizio Arrivabene wäre dementsprechend keine Überraschung mehr, in italienischen Medien wird bereits heftig über einen möglichen Nachfolger spekuliert.