Archiv für den Monat: Januar 2021

Red Bull bläst zum Angriff

Die Saison 2021 wird für Red Bull Racing zu einer entscheidenden: im letzten gemeinsamen Jahr mit Motorenpartner Honda will man endlich die Mercedes-Dominanz brechen und Weltmeister werden. Geht es nach den Verantwortlichen, sind die Bullen so gut aufgestellt wie lange nicht. Auch bei den Wetten auf die Formel 1 sind die Roten Bullen vorne dabei.

Sehnsucht nach WM-Titel

Seit 2013 wartet der Rennstall aus Milton Keynes auf einen WM-Titel, seit Sebastian Vettels letztem Triumph gelang dem Team kein ernsthafter Angriff auf die Spitze. Im Vorjahr war Red Bull zwar klar zweitstärkste Kraft, konnte Mercedes aber nur selten herausfordern und Champion Lewis Hamilton letztlich keinen ebenbürtigen Kampf liefern. Die Vorzeichen, dass sich dies heuer ändert, stehen allerdings gut. Im Motorenbereich soll Honda ein Schritt nach vorne gelungen sein, zudem müssen die Silberpfeile auf ihr DAS-System verzichten, das auf den Geraden zusätzliche Zehntel einbrachte. Da das Reglement ansonsten weitgehend gleich bleibt, kann Red Bull weiterhin mit dem Vorjahresauto planen, das gegen Saisonende immer schneller wurde und beim Finale in Abu Dhabi in Sachen Performance das Weltmeisterteam aus Stuttgart sogar überflügeln konnte.

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Perez als „Gamechanger“?

Ein weiterer und vielleicht entscheidender Faktor ist die Verpflichtung von Sergio Perez. Der Mexikaner gewann im Vorjahr beim Grand Prix von Sakhir sein erstes Formel-1-Rennen und krönte damit seine bislang stärkste Saison in der Königsklasse. Die Aufgabe des 30-jährigen, der als erster Pilot seit Mark Webber 2007 nicht aus dem eigenen Juniorprogramm stammt, ist klar: Max Verstappen unter Druck setzen und dabei helfen, Mercedes auch in der Konstrukteurswertung zu fordern. Sollte der ehemalige Racing Point-Pilot die Erwartungen erfüllen, könnten die Bullen daraus auch einen strategischen Vorteil ziehen. 2020 war es für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas zweifellos von Vorteil, gemeinsam an der Spitze mitzumischen. Da Verstappen meist die Unterstützung von Alex Albon fehlte, konnte Red Bull in Sachen Strategie nur wenig entgegensetzen. Das neue „Traumduo“ in Milton Keynes beinhaltet aber auch Konfliktpotenzial: sowohl der Niederländer, als auch Perez gelten als Heißsporne – in der Vergangenheit hat es bei beiden auch teamintern gekracht.

Hamilton-Poker erfolglos?

Siebter WM-Titel, 95. GP-Sieg, Ritterschlag von der Queen: das Jahr 2020 war für Lewis Hamilton von Rekorden, Ehrungen und Höhenflügen geprägt. Seit Beginn des neuen Jahres ist der 36-jährige Brite aber arbeitslos – ein neuer Vertrag mit Mercedes liegt weiterhin auf Eis. In den Medien mehren sich die Gerüchte, dass sich die Wege des Erfolgsduos noch vor der Saison trennen könnten. 

Verhandlungen ziehen sich 

Freilich käme es einer Sensation gleich, wenn der Rekordchampion heuer tatsächlich nicht am Start wäre. Zuletzt hatte Hamilton immer wieder betont, die nächsten Jahre in der Königsklasse verbringen zu wollen, um seine Bestmarken weiter in die Höhe zu schrauben. Während Teamkollege Valtteri Bottas bereits im Sommer einen neuen Kontrakt unterschrieb, ließ sich der Brite Zeit. Erst nannte er als Grund die Corona-Krise, in der er es als pietätlos empfand, um Millionen zu feilschen. Danach stand der Fokus auf den WM-Titel im Vordergrund, den er Mitte November in Istanbul unter Dach und Fach brachte. Für die Zeit danach kündigten Teamchef Toto Wolff und sein teuerster Mitarbeiter mehrmals eine Einigung an, zu der es aber nach wie vor nicht kam. Verschiedener Medienberichte zufolge scheitern die Verhandlungen an den Forderungen des Superstars. So soll „Sir Lewis“ trotz Sparkurs bei Daimler keine Abstriche beim Gehalt machen wollen, zudem ist offenbar eine lebenslange Position als Markenbotschafter für den Stern eine Bedingung. Während Wolff sein Einverständnis bereits gegeben haben soll, stellt sich der Aufsichtsratsvorsitzende Ola Källenius quer. Am 7. Januar feierte der Brite übrigens seinen 36-jährigen Geburtstag.

Russell als Ersatz? 

Es ist davon auszugehen, dass Hamilton und Mercedes bis zu Beginn der Testfahrten im Februar zusammenfinden. Andernfalls würden die Silberpfeile Williams-Pilot George Russell befördern, der 22 -jährige steigerte mit seiner starken Vorstellung als Hamilton-Ersatz in Sakhir seinen Marktwert und schwächte gleichzeitig die Verhandlungsposition seines Landsmanns. Für den Weltmeister bliebe dann ein äußerst unwahrscheinlicher Wechsel zu Williams, ein Sabbatical oder das Karriereende. Es wäre ein Paukenschlag, mit dem die Formel 1 ins neue Jahr starten würde.  

F1-Auftakt in Melbourne wegen Quarantäne-Bestimmungen noch offen

Die neue Formel 1 Saison 2021 sollte eigentlich am 21. März in Australien starten, doch die strengen Quarantäne-Bestimmungen des Landes könnten den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung machen. Aktuell ist noch nicht klar, ob das Rennen stattfinden kann, der Kartenvorverkauf für den Grand Prix ist auch noch nicht gestartet worden. Für den Aufbau der Strecke und der dazugehörigen Infrastruktur benötigen die Veranstalter mehrere Wochen, deshalb muss im Januar noch eine Entscheidung her. Weiterlesen