Hamilton-Poker erfolglos?

Siebter WM-Titel, 95. GP-Sieg, Ritterschlag von der Queen: das Jahr 2020 war für Lewis Hamilton von Rekorden, Ehrungen und Höhenflügen geprägt. Seit Beginn des neuen Jahres ist der 36-jährige Brite aber arbeitslos – ein neuer Vertrag mit Mercedes liegt weiterhin auf Eis. In den Medien mehren sich die Gerüchte, dass sich die Wege des Erfolgsduos noch vor der Saison trennen könnten. 

Verhandlungen ziehen sich 

Freilich käme es einer Sensation gleich, wenn der Rekordchampion heuer tatsächlich nicht am Start wäre. Zuletzt hatte Hamilton immer wieder betont, die nächsten Jahre in der Königsklasse verbringen zu wollen, um seine Bestmarken weiter in die Höhe zu schrauben. Während Teamkollege Valtteri Bottas bereits im Sommer einen neuen Kontrakt unterschrieb, ließ sich der Brite Zeit. Erst nannte er als Grund die Corona-Krise, in der er es als pietätlos empfand, um Millionen zu feilschen. Danach stand der Fokus auf den WM-Titel im Vordergrund, den er Mitte November in Istanbul unter Dach und Fach brachte. Für die Zeit danach kündigten Teamchef Toto Wolff und sein teuerster Mitarbeiter mehrmals eine Einigung an, zu der es aber nach wie vor nicht kam. Verschiedener Medienberichte zufolge scheitern die Verhandlungen an den Forderungen des Superstars. So soll „Sir Lewis“ trotz Sparkurs bei Daimler keine Abstriche beim Gehalt machen wollen, zudem ist offenbar eine lebenslange Position als Markenbotschafter für den Stern eine Bedingung. Während Wolff sein Einverständnis bereits gegeben haben soll, stellt sich der Aufsichtsratsvorsitzende Ola Källenius quer. Am 7. Januar feierte der Brite übrigens seinen 36-jährigen Geburtstag.

Russell als Ersatz? 

Es ist davon auszugehen, dass Hamilton und Mercedes bis zu Beginn der Testfahrten im Februar zusammenfinden. Andernfalls würden die Silberpfeile Williams-Pilot George Russell befördern, der 22 -jährige steigerte mit seiner starken Vorstellung als Hamilton-Ersatz in Sakhir seinen Marktwert und schwächte gleichzeitig die Verhandlungsposition seines Landsmanns. Für den Weltmeister bliebe dann ein äußerst unwahrscheinlicher Wechsel zu Williams, ein Sabbatical oder das Karriereende. Es wäre ein Paukenschlag, mit dem die Formel 1 ins neue Jahr starten würde.