Startet die Formel 1 bald in Aserbaidschan?

Grand Prix bald in AserbaidschanFormel 1-Boss Bernie Ecclestone ist bekannt dafür, ungewöhnliche Wege zu gehen, wenn er eine Chance wittert, das Geschäft mit der Königsklasse noch lukrativer zu gestalten. In dieser Saison startet die Formel 1 so beispielsweise in Sotschi – und zwar exakt an der Stelle, wo vor einigen Wochen noch Olympische Winterspiele ausgetragen worden sind. Der Brite hat den nächsten Coup offenbar bereits in Planung: Laut übereinstimmenden Medienberichten möchte er die Formel 1 nach Aserbaidschan bringen. Auch der des Betrugs überführte Flavio Briatore ist demnach Teil des Teams, das diesen Deal einfädeln soll.

2016 soll das erste Formel 1 Rennen stattfinden

Die Gespräche mit der staatlichen „Baku Grand Prix“-Gesellschaft sind demnach bereits weitgehend fortgeschritten, allerdings seien die Verträge noch nicht unterschriftsreif, wie die hiesige Regierung erklärte. Die Frage, woran es bislang noch hapert, ist allerdings ausgesprochen spannend: So erklärte Ecclestone, der mittlerweile 83 Jahre alt ist, dass die Verantwortlichen in Aserbaidschan gerne schon 2015 – und damit im kommenden Jahr – das erste Rennen ausrichten würden. Dies sei für seinen Geschmack allerdings „noch etwas zu früh“. Wahrscheinlicher sei es, dass man 2016 den ersten Lauf in Baku erleben könne.

Deutsche Justiz könnte einen Strich durch die Rechnung machen

Allerdings hat Ecclestone nicht ohne Grund den umtriebigen Briatore mit ins Boot geholt. Es ist keineswegs so, dass sich der Brite für lange Reisen, wie sie nach Aserbaidschan nun einmal notwendig sind, mittlerweile zu alt fühlt. Vielmehr muss Ecclestone befürchten, bald in ein deutsches Gefängnis zu wandern.

Der Prozess gegen den langjährigen Formel 1-Boss beginnt in München im Frühjahr. In der Anklage findet sich die „Who is Who“-Liste der Wirtschaftsverbrechen: So werden Ecclestone beispielsweise Bestechung, Nötigung und Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen. Dass es die deutschen Ankläger dabei nicht mit einer Bewährungs- und Geldstrafe gut sein lassen werden, wusste der Brite schon im vergangen Jahr. Die Deutschen wollten ihn, so soll der Brite zu Freunden gesagt haben, „in jedem Fall einsperren“. Aus dem Gefängnis aus wird Ecclestone allerdings kaum die Möglichkeit haben, den Deal mit Aserbaidschan einzutüten. Vermutlich ist deshalb Briatore an Bord.