Ferrari in Frankreich unter Druck

Für die Scuderia Ferrari steht beim Großen Preis von Frankreich bereits viel auf dem Spiel. Sollte es dem italienischen Traditionsrennstall nicht gelingen, im achten Rennen der Formel 1 Saison das Ruder herumzureißen und Mercedes erstmals zu bezwingen, dürfte die Meisterschaft bereits frühzeitig außer Reichweite sein.

Vettel zum Siegen verdammt

Nach den Wintertestfahrten waren die Roten aus Maranello als großer Favorit in die Saison gegangen, nach dem ersten Drittel stellt sich aber Ernüchterung ein. Kein einziger Sieg gelang dem Rekordweltmeister, wohingegen Rivale Mercedes jedes Rennen für sich entscheiden konnte. Lediglich in Bahrain und zuletzt in Kanada konnte Ferrari mit den Silberpfeilen auf Augenhöhe agieren, raubte sich aber durch Eigenfehler jeweils die eigene Siegchance. Vor dem Auftakt in die zweite Europa-Phase des Jahres stehen sowohl Sebastian Vettel, als auch Charles Leclerc bereits mit dem Rücken zur Wand. Der deutsche Nummer-1-Pilot, der es seinem Idol Michael Schumacher gleichtun und im fünften Ferrari-Jahr endlich den ersten Titel gewinnen wollte, liegt in der Gesamtwertung bereits 62 Punkte hinter Lewis Hamilton. Sollte zu diesen, umgerechnet mehr als zwei Siegen, in Le Castellet weiteres Holz dazukommen, dürfte es zur „Mission impossible“ werden, die WM-Durststrecke der Scuderia nach 12 Jahren zu beenden. Noch düsterer die Lage bei Newcomer Leclerc, der nach mehreren enttäuschenden Ergebnissen, die teils durch Team-, teils durch Eigenfehler bedingt waren, bereits 90 Zähler hinter dem Titelverteidiger auf dem fünften Platz rangiert. Damit dürfte die Hierarchie bei Ferrari für die restliche Saison feststehen, der Monegasse wird sich wohl regelmäßig hinter seinem Teamkollegen anstellen müssen.

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Die Wetten auf die Formel 1 Saison 2019 haben sich natürlich an diese Tatsachen angepasst. Lewis Hamilton wird mit ziemlicher Sicherheit erneut den WM-Titel holen, dies könnt ihr an den extrem niedrigen Quoten bei den Buchmachern auf einen Sieg des Briten sehen.

Auch Bottas gefordert

Ebenfalls unter Zugzwang steht in Le Castellet Valtteri Bottas. Der Mercedes-Pilot machte gefühlt zu wenig aus seiner starken Frühform und obwohl er im direkten Qualifying-Duell nur knapp hinter Hamilton liegt, beträgt sein Rückstand in der Weltmeisterschaft bereits satte 29 Punkte. Gelingt es dem Finnen nicht, das Ruder schnellstmöglich herumzureißen, droht ihm eine ähnliche Saison wie im Vorjahr, wo sein Teamkollege zu Saisonmitte davonzog und den Titel gewann.