Kontroverse um Verstappen-Manöver

Es war die Szene des USA-GP: In der letzten Runde katapultierte sich Red Bull-Pilot Max Verstappen mit einem spektakulären Manöver an Kimi Räikkönen vorbei auf den dritten Platz. Als 16. gestartet, krönte der Niederländer seine tolle Aufholjagd mit einem Stockerlplatz. Wenige Minuten nach Rennende dann aber die bittere Nachricht: Fünf Sekunden Zeitstrafe wegen Überfahrens der weißen Begrenzungslinie mit allen vier Rädern – und damit Platz vier. Räikkönen erbte den dritten Rang und sorgte damit für ein Ferrari-Doppelpodium. Die Frage wer wird Formel 1 Weltmeister 2017? ist somit weitgehend entschieden.

https://twitter.com/Max33Verstappen/status/922231563030618113

Harsche Kritik an den Stewards

Die Strafe gegen Verstappen sorgte für eine Welle der Kritik. Besonders sein Rennstall Red Bull Racing reagierte mit Unverständnis auf die Strafe. Teamchef Christian Horner bemängelte vor allem die „Willkür“ der Stewards, da Verstappen nicht der einzige Fahrer war, der während des Rennens die Strecke verließ und damit einen Vorteil ergatterte. Während zuvor keine Strafe ausgesprochen wurde, erwischte es ausgerechnet den Holländer. Weiters ärgert Horner, dass Verstappen keine Chance hatte, seine Sicht der Dinge zu schildern, sondern sofort eine Strafe erhielt.

Noch deutlicher wurde Red Bull-Berater Helmut Marko, der die Entscheidung als „Schande für den Sport“ betrachtet. Verstappen selbst zeigte ebenfalls kein Verständnis und ließ sich sogar dazu hinreißen, einen der Stewards als „Idioten“ zu bezeichnen. Sein Vater machte ebenfalls seinem Unmut Luft, indem er auf Twitter eine Grafik veröffentlichte, auf der die Abkürzung FIA für „Ferrari International Assistance“ steht. Zuspruch bekommt Red Bull von Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda, der die Strafe ebenso nicht nachvollziehen kann wie Ex-Formel-1-Fahrer Timo Glock.

Asphaltierte Auslaufzonen problematisch?

Rennsieger Lewis Hamilton hingegen ist der Meinung, dass die Strafe in Ordnung geht, da Verstappen die Kurve deutlich abgekürzt habe. Der Brite sieht ein allgemeines Problem in der Charakteristik moderner Strecken: durch die extremen Auslaufzonen wird ein Verlassen der Strecke ohne Konsequenzen erst möglich. Da Kiesbetten aufgrund der Sicherheit kaum noch zum Einsatz kommen, fordert der dreimalige Weltmeister zumindest Rasen statt asphalitierten Auslaufzonen. Die Formel 1 Buchmacher sind sich inzwischen übrigens einig, dass Lewis Hamilton der Titel im Jahr 2017 nicht mehr zu nehmen ist.