Kritik nach Monaco-GP

Die Prozession beim Großen Preis von Monaco hat nicht nur bei den Zuschauern vor den Bildschirmen, sondern auch bei den Fahrern für Unmut gesorgt. So gut wie keine Überholmanöver und auch sonst kaum Action machte den Klassiker im Fürstentum zum Gähn-GP. Auch das DRS Fenster Formel 1 war wieder ein Thema.

Lewis Hamilton verbremst sich

Abb.1: Wikimedia, Morio (CC BY-SA 4.0)

Alonso und Hamilton unzufrieden

Besonders deutliche Worte fand, wie könnte es anders sein, Fernando Alonso. Der Spanier, der nach einem Getriebeschaden vorzeitig aufgeben musste, bezeichnete das Rennen als „langweiligsten Grand Prix aller Zeiten“. Zusätzlich twitterte er, in Anspielung auf das wenig Stunden später stattfindende Indy500, er freue sich nun auf das „echte Rennen des Tages“. In eine ähnliche Kerbe schlug Weltmeister Lewis Hamilton, der Platz drei belegte. „Es ist ganz einfach schade, dass das Rennen nicht so spektakulär ist wie das Drumherum“, so der 33-jährige, der ab Runde sechs lediglich ins Ziel „gecruist“ sei: „Ich habe vermutlich noch nie so wenig gepusht, und wenn, dann gab es Graining.“

Für Hamilton ist klar, dass sich etwas ändern müsse, um die Königsklasse im Fürstentum zukünftig spannender zu gestalten. „Wir müssen was verändern, ich war erst kürzlich bei Fürst Albert. Wir fahren eine Runde in lediglich 1:11, es gibt aber noch mehrere Straßen, vielleicht sollten wir diese großartige Strecke noch besser machen“, schlägt der vierfache Weltmeister vor. Eine weitere Lösung könnte in einer veränderten Reifenwahl liegen, denn Einstopp-Rennen sind laut Hamilton in Monaco ein weiterer Langweil-Faktor. Unmöglich scheint ein neues Layout im Glücksspiel-Mekka nicht. Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die Streckenbetreiber über eine mögliche Verlängerung des Kurses nachdenken. In Frage kommt etwa ein Umbau der Schwimmbad-Schikane, nächstes Jahr wird der Kurs aber vermutlich gleich bleiben.

Rosberg will einfachere Aerodynamik

Weniger ein streckenspezifisches und mehr ein aerodynamisches Problem sieht hingegen Ex-Champion Nico Rosberg. Der RTL-Experte kritisierte am Rande des Monaco-GP das aktuelle Reglement, dass sich besonders auf engen Strecken mit wenig Überholmöglichkeiten auswirke: „Es ist einfach zu viel Aerodynamik. Man kann dem Vordermann nicht dicht genug folgen, auch wenn man schnell genug wäre“, so Rosberg. Der Deutsche rät eine Rückkehr zu einfacheren Konzepten und nennt die Boliden der 80er-Jahre als aerodynamisches Vorbild für die Reglementnovelle 2021. Eine Anleitung wie man Formel 1 Fahrer werden kann findest du übrigens hier.