Porsches F1-Einstieg vom Tisch?

Das Formel 1 Projekt von Porsche droht offenbar endgültig zu platzen. Nachdem die Verhandlungen mit Red Bull Racing gescheitert sind, scheinen den Stuttgartern die Optionen auszugehen. Auch die Volkswagen AG dürfte langsam aber sicher die Geduld verlieren und könnte sich vollkommen auf den Einstieg von Audi fixieren. Die Marke mit den vier Ringen ist ab 2026 Partner von Sauber.

Red Bull-Verhandlungen gescheitert

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Ivan Radic, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons

Der ursprüngliche Plan der Traditionsmarke war klar: gemeinsam mit Red Bull ab 2026 in die Formel 1 einsteigen. Monatelange wurde verhandelt, eine Einigung schien lange Zeit nur als Formsache. In den letzten Wochen wendete sich aber das Blatt. Die Bullen dominieren Formel 1 Saison 2022 nach Belieben. Besonders der Motor ist der Konkurrenz aktuell deutlich überlegen. Es ist das erste Modell der hauseigenen Red Bull Powertrains, wenn auch mit großzügiger Unterstützung von Honda. Seit die Japaner im Vorjahr ihren Ausstieg bekanntgegeben haben, hat das Team von Weltmeister Max Verstappen ordentlich aufgerüstet. Beginnend mit dem neuen Reglement 2026 will man die Antriebe in der Fabrik Milton Keynes eigenständig bauen.

Letzte Chance Andretti?

Formel 1 Schikane Monza

Wikimedia, Andreas Viertler

Viele Möglichkeiten bleiben Porsche nun nicht mehr. Ein völlig neues Team will man dem Vernehmen nach nicht gründen. Aus dem aktuellen Feld blieben damit McLaren und Williams als einzige Optionen. Eine Zusammenarbeit mit dem Team aus Woking scheint unrealistisch. Schon Audi scheiterte mit der Forderung, 75 Prozent von McLaren zu übernehmen. Williams könnte die Rolle als Juniorpartner einnehmen, hier dürfte es aber am Interesse Porsches scheitern. Letzter Ausweg könnte eine Partnerschaft mit Andretti Global sein. Das Team des Weltmeisters von 1978, Michael Andretti, will unbedingt in die Königsklasse. Derzeit ist dieses Unterfangen aber wohl nicht von Erfolg gekrönt. Ein prominenter Unterstützer wie Porsche würde die Attraktivität des Rennstalls enorm steigern. Die Deutschen wiederum würden nicht bei Null starten. Auch der Sport selbst würde profitieren: ein elftes Team würde wohl noch mehr Menschen für Formel 1 Tickets begeistern.