Punktereform in der Formel 1?

Pünktlich zum Saisonauftakt in Melbourne könnte in der Formel 1 ein verändertes Punktesystem zum Einsatz kommen. Wie der FIA-Weltrat genehmigte, könnten ab dem Großen Preis von Australien auch Punkte für den Fahrer vergeben werden, der die schnellste Rennrunde erzielt.

Zusatzpunkt für die schnellste Runde

Wird der Vorschlag von der Formel-1-Kommission bestätigt, dürfte einer Einführung zur Formel 1 Saison 2019 nichts mehr im Wege stehen. Der Fahrer, der im Laufe des Rennens die schnellste Runde erzielt, soll dabei mit einem Zusatzpunkt belohnt werden. Gelten soll dies aber ledigilich für die Top 10 des Rennens, die ohnehin bereits in den Punkterängen platziert sind. Damit will man verhindern, dass bereits hoffnunglos zurückliegende Fahrer an die Box kommen, um mit frischen Reifen Jagd auf die Bestzeit zu machen. Damit folgt die Königsklasse den Beispielen Formel 2 und Formel E, die diese Regelung schon länger anwenden.

Auch in der Formel 1 ist ein Punkt für die schnellste Rennrunde keineswegs neu. Bereits von 1950 bis 1959 war dies im Reglement verankert, 1958 wurde damit sogar die Fahrerweltmeisterschaft entschieden, als sich der britische Ferrari-Pilot Mike Hawthorn im Kampf mit Landsmann Stirling Moss den Titel sichern konnte. In der jüngeren Vergangenheit hätte eine solche Regel 2008 die Titelentscheidung beeinflusst, da dann, anstelle von Lewis Hamilton, Ferrari-Pilot Felipe Massa die Meisterschaft für sich entschieden hätte.

Veränderte Strategien?

Der neue passus soll vorallem gegen Ende des Rennens für mehr Spektakel sorgen. So könnten etwa Fahrer, die bereits genügend Vorsprung auf ihren Hintermann vorweisen, nochmal an die Box fahren, um in den letzten Runden auf Zeitenjagd zu gehen. Besonders an der Spitze könnte sich dies auf die Strategien auswirken. Im fortgeschrittenen Verlauf der WM könnte es etwa durchaus passieren, dass sich der Nummer-2-Pilot darauf konzentriert, Jagd auf den Bonuspunkt zu machen, um diesen dem WM-Rivalen des Teamkollegen wegzuschnappen.