Red Bull: Horner wünscht sich Regeln wie 2009

Die neuen Regeln zur Formel 1 Saison 2017 werden von allen Seiten gelobt – zumindest fast. Bei Red Bull stoßen sie auf wenig Gegenliebe. Teamchef Christian Horner vertritt die Ansicht, dass man beim Reglement vom richtigen Weg abgekommen sei. Er wünsche sich Regeln wie 2009. Damals waren zahlreiche Einheitsteile vorgeschrieben.

Die Einheitsregeln wurden anschließend jedoch nach und nach aufgeweicht. Dabei seien die Einheitsteile doch eigentlich eine Möglichkeit, um die explodierten Kosten in den Griff zu kriegen, findet Horner. Regeländerungen haben natürlich immer Auswirkungen auf die Formel 1 Quoten. Gibt es schnellere Autos, betrifft das jeden einzelnen Rennstall in irgendeiner Form.

Daniel Ricciardo Red Bull Racing

Wikimedia, Morio (CC BY-SA 4.0)

Red Bull war eigentlich gegen Einheitsteile

Einer gewissen Ironie entbehrt diese Einlassung Horners allerdings nicht. Niemand hatte 2009 die Einführung der Einheitsteile stärker bekämpft als Red Bull. Sie beschränke die Freiheit der Formel 1, Adrian Newey verliere deshalb die Lust an der Königsklasse, hörte man damals regelmäßig von den Bullen und nicht zuletzt von Horner selbst. Mit der Frage wer wird Formel 1 Weltmeister 2017? wird Red Bull in dieser Saison wohl nichts zu tun haben. Mit Daniel Ricciardo steht der beste Red Bull-Pilot mit nur 117 Punkten auf Rang vier im Formel 1 Weltmeister-Ranking. Sebastian Vettel hat exakt 60 Punkte mehr als Ricciardo.

Vielleicht hat Horner seine Meinung auch deshalb geändert, weil Red Bull durch die neuen Regeln 2017 doch deutlich hinter Mercedes und Ferrari zurückgefallen ist. Zwar konnte man in Baku gewinnen, doch wie der Sieg zustande kam, ist inzwischen legendär. Zwar haben Max Verstappen und Daniel Ricciardo in dieser Saison immer wieder aufzeigen können, jedoch gab es in dieser Saison nur einen Red Bull-Sieg, nämlich beim GP von Aserbaidschan.

Drohung mit Ausstieg

Red Bull-Berater Dr. Helmut Marko sagte in der österreichischen Tageszeitung „Salzburger Nachrichten“ folgendes: „Seit dieses Motoren-Reglement in Kraft ist, ist es drastisch bergab gegangen. Seit 2014 sind die Einschaltziffern und Zuschauerzahlen alle zurückgegangen.“ Dies kann auch mit einer Drohung verstanden werden. Bereits schon öfter wurde damit spekuliert, dass sich auch Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz mit einem Ausstieg eines Unternehmens aus der Formel 1 auseinandersetzt.