TV-Regie: Ecclestone streitet Bestrafung für Mercedes ab

Es war der Aufreger eines ziemlich langweiligen Großen Preises von Japan: Die führenden Mercedes waren kaum zu sehen. Insgesamt waren sie nur sechs Minuten im Bild. Schnell kamen Verdächtigungen auf, Bernie Ecclestone, der das letzte Wort in Fragen der Regie besitzt, habe angeordnet, die Silberpfeile zu ignorieren. Grund sei die Weigerung von Mercedes, Motoren an Red Bull zu liefern. Ecclestone streitet das ab.

Ecclestone: Kämpfe im Mittelfeld einfach spannender

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Wikimedia, Ryan Bayona

Der Brite erklärte, dass es schon vor geraumer Zeit die Entscheidung gegeben habe, mehr von den Kämpfen im Mittelfeld zu zeigen. Dies sei einfach spannender als ständig Autos zu sehen, die meilenweit vorne Weg führen. Lauda und Wolff, die sich nach dem Grand Prix „verwundert über die geringe TV-Präsenz unserer Autos“ gezeigt hatten, wüssten davon. Die Kollegen in Japan hätten es vielleicht „ein bisschen übertrieben“, so Ecclestone weiter, aber es sei noch nicht so schlimm gewesen, dass er hätte eingreifen müssen.

Nimm den Großen Preis von Russland  2015 genauer unter die Lupe.

Ecclestones Einlassungen sind wenig glaubwürdig

Die Sätze von Ecclestone sind allerdings kaum glaubwürdig. Zum einen hatte der Grand Prix in Spa einen vergleichbaren Rennverlauf: Die Mercedes waren hier satte 26 Minuten im Bild. Zum anderen fuhren nicht beide Mercedes vorne weg. Nico Rosberg war in ein Duell mit Sebastian Vettel verwickelt, das die TV-Regie dann doch so spannend fand, dass sie über Runden die Abstandsentwicklung der beiden Fahrzeuge einblendete – freilich, ohne sie zu zeigen.

Mercedes argumentierte allerdings nach dem Rennen auch scheinheilig. So beschwerte man sich bei Silber beispielsweise darüber, dass man nur über die Daten den Zustand der eigenen Autos bestimmen konnte, weil man die Fahrzeuge kaum gesehen habe. Mit diesem Problem haben die kleinen Teams allerdings von Rennen zu Rennen zu kämpfen.