Mercedes-Motoren ab Kanada noch besser

Es ist eine Nachricht, die vor allem die Formel 1 Fans, die auch gerne auf die Rennen der Königsklasse wetten, brennend interessieren dürfte: Die Fahrzeuge mit Mercedes-Motor werden ab dem Rennen in Kanada noch stärker sein. Lotus-Geschäftsführer Matthew Carter plauderte aus, dass der Hersteller aus Deutschland, der neben dem eigenen Team und eben Lotus auch Force India und Williams mit Motoren beliefert, zu dem Rennen in Nordamerika ein Motorenupgrade bringen wird. Vereinfacht ausgedrückt: Mercedes spendiert seinen Formel 1Rennern mehr Power.

Die Token-Regelung der Formel 1

Wer sich über das Motoren-Upgrade wundert: Seit 2015 dürfen die Motorenhersteller wieder an den Aggregaten auch unter der Saison arbeiten – wenn auch nur an bestimmten Bereichen und Teilen. Die zugehörige Liste ist allerdings sehr umfangreich. Um keinen kostspieligen Wettbewerb wie früher auszulösen, deckelt die FIA die Entwicklungsarbeit durch Tokens: Pro Saison bekommt jeder Hersteller 32 Tokens.

Wirf einen Blick auf den nächsten Grand Prix – den Großen Preis von Kanada in Montreal

Für Veränderungen müssen sie einen oder mehrere Tokens bezahlen. Mercedes arbeitete vor der Saison umfassend am eigenen Motor und musste dafür bereits 25 Tokens ausgeben. Anders ausgedrückt: Die Silberpfeile haben noch sieben zurückbehalten. Bei Lotus vermutet man, dass für das Upgrade ein weiterer Token ausgegeben worden ist: Man habe „definitiv einen besseren Motor“, so Carter.

Formel 1 Hamilton Mercedes AMG

Wikimedia, David Hernandez (CC BY-SA 2.0)

Mercedes will ohne Token-Ausgabe entwickeln

Eigentlich wolle man die Tokens aber sparen, erklärte Mercedes selbst jüngst. Man arbeite mehr an der Standfestigkeit der Motoren als an der Leistungssteigerung. Hierfür müsse man keine der 32 Münzen opfern. Der Gedanke dahinter ist relativ einfach zu verstehen: Behält man sehr viele Tokens zurück, kann man diese zum Ende der Saison ausgegeben und für die heiße Phase noch einmal nachlegen. Zudem nimmt man den frisch gestärkten Motor mit ins neue Jahr, wo es wieder 32 Tokens gibt. Als Beispiel: Behält Mercedes bis zum letzten Rennen 6 Tokens, gibt diese für ein Upgrade aber für den letzten Lauf aus, ist es rein theoretisch denkbar, im ersten Rennen der neuen Saison mit einem Motor zu starten, der im Prinzip mit 38 Tokens in zwei Sprüngen entwickelt wurde. Alle Motoren im Feld dürften deshalb zum Ende des Jahres noch einmal zulegen.