Red Bull wechselt zu Honda

Nach langen Spekulation hat Red Bull Racing vor dem Großen Preis von Frankreich die Motorenfrage für 2019 geklärt. Nach elf gemeinsamen Jahren gehen des ehemalige Weltmeisterteam und der französische Hersteller Renault getrennte Wege, ab der kommenden Saison setzen die Bullen auf Honda.

Ende einer Erfolgs-Ära

Überraschend kommt die Trennung nicht. Nachdem Renault bei der Entwicklung der Motoren in der Hybrid-Ära bislang nicht mit Mercedes und Ferrari mithalten konnte, liebäugelte Red Bull bereits sein Jahren mit einer Alternative. Besonders Motorsportberator Helmut Marko ließ kaum eine Gelegenheit aus, die mangelnde Leistung der Renault-Antriebe zu kritisieren und die Franzosen öffentlich an den Pranger zu stellen. Die zerrüttete, aber höchst erfolgreiche Ehe endet nun also mit Ende des Jahres. Gemeinsam erlangte man vier WM-Titel, von 2010 bis 2013 dominierte man mit Sebastian Vettel die Königsklasse. Renault bleibt damit der Fokus auf das eigene Werksteam sowie der einzig verbliebene Kunde McLaren.

Bereits seit dieser Saison setzt Red Bull-Schwesternteam Toro Rosso auf die Aggregate aus Japan. Die offenbar zufriedenstellende Entwicklung führte nun zu einer durchaus riskanten Entscheidung: seit der F1-Rückkehr 2015 war Honda mehr eine Lachnummer als ein erfolgreicher Motorenlieferant, die Partnerschaft mit McLaren scheierte krachend. Red Bull nimmt diese Fragezeichen aber in Kauf, da sich Renault offenbar auch heuer nicht entscheidend verbessert hat. Nach wie vor haben die Bullen wohl das beste Chassis in der Formel 1, die mangelnde Power auf den Geraden lässt den österreichischen Rennstall aber besonders im Qualifying hinter Ferrari und Mercedes zurückfallen.

Bleibt Ricciardo?

Während die Motorenfrage nun also geklärt ist, steht hinter der Fahrerpaarung noch ein Fragezeichen. Max Verstappen ist gesetzt, Red Bull will den Holländer zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten machen. Ob Daniel Ricciardo, der seinen Teamkollegen in der bisherigen Saison in den Schatten stellt und bereits zweimal gewinnen konnte, bleibt, ist indes noch ungewiss. Die Partnerschaft mit Honda könnte den Australier aber zu einer Vertragsverlängerung bewegen.