Archiv für den Monat: August 2019

Ferrari-Wende in Spa?

Die Sommerpause in der Formel 1 biegt auf die Zielgeraden ein und der Große Preis von Belgien steht vor der Tür. In den Ardennen geht es für Red Bull und Ferrari wohl um die letzte Chance, den WM-Kampf noch einmal spannend zu machen. Besonders die Roten stehen beim 13. Saisonrennen unter Zugzwang.

Erneuter Vettel-Erfolg?

Im Vorjahr gelang es dem Team aus Maranello, in der Sommerpause an den richtigen Schrauben zu drehen. Besonders bei der Motorleistung fanden die Ferrari-Ingenieure einige Zehntel, weshalb die „rote Göttin“ in Spa das mit Abstand schnellste Auto war und Sebastian Vettel einen lockeren Sieg einfahren konnte. Auch heuer hofft man bei der Scuderia auf die Trendwende in Belgien. Mit satten 92 Punkten Rückstand auf Leader Lewis Hamilton belegt Vettel derzeit Rang vier in der Fahrerwertung, eine kleine Titelchance besteht nur, wenn der Deutsche auf dem Circuit Spa-Francorchamps endlich seinen ersten Saisonsieg einfährt und die Konkurrenz in Silber patzt. Für Teamkollege Charles Leclerc ist der WM-Zug wohl bereits endgültig abgefahren, dem Monegassen fehlen 116 Zähler, also umgerechnet über vier Siege und ein dritter Platz, auf die Spitze. Realistischere Chancen, noch in den Titelkampf einzugreifen, hat Red Bull-Pilot Max Verstappen. Der Niederländer ist der Mann der Stunde in der Königsklasse, kein Fahrer konnte in den letzten vier Rennen mehr Punkte sammeln. Auf Hamilton fehlen derzeit 69 Zähler, in Spa und Monza brauchen die Bullen aber wohl das Glück auf ihrer Seite, da man auf den Geraden nicht zu den Schnellsten zählt.

Hamilton mit Vorentscheidung?

Ebenfalls unter Druck steht Valtteri Bottas. Nach dem starken Saisonstart lief für den Finnen zuletzt wenig zusammen, auf seinen Teamkollegen fehlen bereits 62 Punkte. Für den britischen Titelverteidiger hingegen bietet sich in Spa die Chance, seinem sechsten WM-Titel einen Riesenschritt näherzukommen. In den belgischen Ardennen konnte er bereits 2010, 2015 und 2017 gewinnen. Die Formel 1 Wetten auf den Sieg in Spa sehen so aus:

Gewinner Wetten GP von Belgien 2019

Lewis Hamilton ist der große Favorit beim Grand Prix von Belgien, die Quote für einen Sieg des Briten steht bei 2,55. Dahinter lauert mit Sebastian Vettel der Vorjahresgewinner, seine Quote lautet aktuell 3,75. Ein Tipp auf Charles Leclerc bringt bei Bwin die Siegquote von 4,25 – Max Verstappen hat eine 6er Quote.

Plant Ferrari ohne Vettel?

Als designierter Nachfolger von Michael Schumacher wurde Sebastian Vettel 2015 zu Ferrari geholt. Von den hohen Erwartungen ist vier Jahre später nicht mehr viel übrig, auch heuer werden der Deutsche und sein Team den heiß ersehnten WM-Titel verpassen. Angesichts der chronischen Erfolglosigkeit der Scuderia könnte auch die Zeit des vierfachen Weltmeisters in rot bald abgelaufen sein.

Keine Chance gegen Verstappen

Immer wieder hört man davon, dass die Ehe zwischen Vettel und Ferrari kriselt. Während Schumacher im fünften Ferrari-Jahr endlich den WM-Titel einfahren konnte, fehlen seinem Landsmann zur Sommerpause bereits 92 Punkte auf Lewis Hamilton – ein Rückstand, der unter halbwegs normalen Umständen nicht aufzuholen sein wird. Der Saison 2019 ist ein weiteres erfolgloses Kapitel in der Ferrari-Karriere des Heppenheimers, die 2015 hoffnungsvoll begann. Nach einer sieglosen Saison beerbte der damalige Red Bull-Pilot Vettel Fernando Alonso, der in fünf Jahren mit den Roten keinen Titel einfahren konnte. Im ersten Jahr erzielte der Deutsche drei Siege und belegte hinter den übermächtigen Mercedes Platz drei in der Meisterschaft. Aus dem erhofften Großangriff wurde im Jahr darauf nichts, Vettel konnte kein Rennen gewinnen und rutschte im Gesamtklassement auf Rang vier ab. 2017 konnte dann endlich die Lücke zu Mercedes geschlossen werden, zu viele Fehler kosteten aber die Meisterschaft. Ähnlich bitter verlief die vergangene Saison, in der Ferrari phasenweise über das schnellste Auto verfügte, aber erneut zu oft patzte. Heuer sollte nach vielversprechenden Testfahrten endlich der erste Titel seit 2007 her, gegen Mercedes ist man aber erneut auf verlorenem Posten.

https://twitter.com/ScuderiaFerrari/status/1163359949000343553

Fahrerwechsel keine Seltenheit

Angesichts der enttäuschenden Leistungen wurde zuletzt immer wieder über einen vorzeitigen Rücktritt des Ex-Champions spekuliert. Auch bei der Scuderia soll man auf der Suche nach einem möglichen Nachfolger für den 32-jährigen sein. Youngster Charles Leclerc konnte bislang überzeugen, zuletzt war er oftmals der schnellere der beiden Ferraris. Dass der 21-jährige Monegasse die Zukunft ist, ist unbestritten. Neben ihm gilt Renaults Daniel Ricciardo als möglicher Vettel-Ersatz.

Paukenschlag bei Red Bull

Die Sommerpause der Formel 1 hat einen überraschenden Cockpitwechsel gebracht. Der bislang erfolglose Red Bull-Pilot Pierre Gasly wird ab dem Großen Preis von Belgien wieder im Toro Rosso Platz nehmen, ersetzt wird er durch Alexander Albon. Es ist nicht das erste Mal, dass die Bullen während der Saison einen Platztausch vornehmen.

Keine Chance gegen Verstappen

Gasly war Anfang der Saison von Toro Rosso in das A-Team gewechselt. Die hohen Erwartungen konnte der Franzose aber nicht ansatzweise erfüllen, er stand von Beginn an deutlich im Schatten von Teamkollege Max Verstappen. Während der Niederländer bereits zweimal gewinnen konnte und in der Gesamtwertung den dritten Platz belegt, liegt sein Teamkollege nur auf Rang sechs, bestes Ergebnis Position vier in Silverstone. In Österreich und Ungarn ereilte Gasly sogar die Höchststrafe, er wurde von seinem Stallgefährten umrundet. Zuletzt wurde die Kritik von den Red Bull-Verantwortlichen an ihrem Piloten immer lauter, Gerüchte, wonach der 23-jährige seinen Platz noch vor Saisonende räumen müsse, wurden aber stets dementiert. Dementsprechend überraschend kommt die Entscheidung, Gasly nun doch ins B-Team Toro Rosso zu degradieren. Neben Verstappen darf ab sofortiger Wirkung Alexander Albon sein Glück versuchen. Der Rookie konnte in seinen ersten zwölf Grand Prix überzeugen und bekommt nun früher als erwartet die Chance, sich in einem Spitzenteam zu beweisen.

Fahrerwechsel keine Seltenheit

Dass der Geduldsfaden bei den Red Bull-Verantwortlichen, insbesondere Helmut Marko, kein besonders langer ist, ist indes nichts Neues. In der Vergangenheit tauschten die Bullen bereits mehrmals während der Saison einen Fahrer aus. 2007 wurde Scott Speed bei Toro Rosso von Sebastian Vettel ersetzt, selbiges Schicksal ereilte Sebastien Bourdais zwei Jahre später, als Jaime Alguersuari vom Franzosen übernahm. Der bisher letzte Cockpittausch erfolgte 2016 vor dem Großen Preis von Spanien, als Max Verstappen den Red Bull-Platz von Daniil Kvyat einnahm. Der aktuelle Toro Rosso-Pilot ist der einzige der genannten, der nach wie vor für die Bullen an den Start geht.

Fahrerkarussell in vollem Gange

Die Formel 1 geht nach dem Großen Preis von Ungarn in ihre vierwöchige Sommerpause und traditionell beginnt damit auch die „Silly Season“, da in dieser Zeit oftmals die letzten Cockpitentscheidungen für die kommende Saison getätigt werden. Derzeit sind noch bei einigen Formel 1 Teams Plätze offen, manche Piloten sitzen hingegen fest im Sattel.

Spannung bei Mercedes und Red Bull

Bei Mercedes ist F1 Weltmeister Lewis Hamilton gesetzt, die Entscheidung über das zweite Cockpit fällt zwischen Valtteri Bottas und Esteban Ocon. Ferrari macht mit der Kombination Sebastian Vettel/Charles Leclerc weiter, allen Rücktrittsgerüchten des Deutschen zum Trotz betonte dieser, seinen laufenden Vertrag auf jeden Fall zu erfüllen. Während Max Verstappen auch im kommenden Jahr für Red Bull Racing an den Start gehen wird, ist Pierre Gasly mehr als nur ein Wackelkandidat.  Der Franzose geht neben seinem niederländischen Teamkollegen bislang völlig unter und wird seinen Platz nach aktuellem Stand räumen müssen. Mögliche Kandidaten wären die Toro Rosso-Fahrer Daniil Kvyat und Alexander Albon, auch eine Rückholaktion von Daniel Ricciardo soll im Raum stehen. Bei McLaren sitzen Carlos Sainz und Lando Norris fest im Sattel, auch Racing Point wird am Duo Sergio Perez/Lance Stroll festhalten.

Was macht Renault?

Bei Haas gilt es als fix, dass entweder Romain Grosjean oder Kevin Magnussen ihr Cockpit räumen müssen, als möglicher Kandidat gilt der Verlierer beim Mercedes-Duell Bottas gegen Ocon. Kimi Räikkönen bleibt bei Alfa Romeo, Teamkollege Antonio Giovinazzi muss sich steigern, dürfte aber mangels Alternativen seinen Platz behalten. Youngster George Russell bleibt Williams erhalten, ob Robert Kubica auch 2020 die Chance bei den Briten erhält, ist mehr als fraglich. Fest steht, dass das ehemalige Weltmeisterteam einen Piloten benötigt, der eine ordentliche Finanzspritze mitbringt. Bei Toro Rosso hängt viel davon ab, wie das Schwesterteam Red Bull plant, Teamchef Franz Tost bezeichnete Kvyat/Albon zuletzt als die „beste Fahrerpaarung, die wir je hatten“. Alles offen ist bei Renault, trotz laufender Verträge könnte die Zeit von Nico Hülkenberg vorbei sein. Ricciardo soll mit einer Red Bull-Rückkehr liebäugeln, Ersatzkandidat Nummer eins wäre wohl Ocon.

Mercedes-Entscheidung in Sommerpause

WM-Leader Mercedes wird in der vierwöchigen Sommerpause entscheiden, wer in der kommenden Saison im Cockpit neben Weltmeister Lewis Hamilton Platz nehmen wird. Wie Teamchef Toto Wolff am Rande des Großen Preis von Ungarn bekanntgab, fällt die Wahl entweder auf den aktuellen Stammpiloten Valtteri Bottas oder Ersatzfahrer Esteban Ocon. Für die Sportwetten auf die Formel 1 in der Saison 2020 hätte dies natürlich enorme Auswirkungen.

Bottas oder Ocon?

Bereits seit Wochen wird spekuliert, ob die Silberpfeile den Vertrag mit Bottas über die aktuelle Saison hinaus verlängern. Nach einem starken Saisonstart des Finnen schien ein neuer Kontrakt nur Formsache, nach seinem Sieg beim Großen Preis von Aserbaidschan verlor der aktuelle WM-Zweite aber den Faden und könnte seitdem kein Rennen mehr gewinnen. Aus den letzten zwei Grand Prix in Ungarn nahm der 29-jährige mickrige vier Zähler mit, der Rückstand auf Teamkollege Hamilton beträgt bereits 62 Punkte, womit der Titelkampf wohl zugunsten des Briten entschieden ist. Für Bottas spricht allerdings, dass er sich in den vergangenen drei Jahren stets als zuverlässige Nummer zwei präsentierte, mit der Mercedes jeweils die Konstrukteurs-WM gewinnen konnten. Auch sein harmonisches Verhältnis mit Teamleader Hamilton könnte dem Finnen bei der Entscheidung zugute kommen.

https://twitter.com/LewisHamilton/status/1158089389085511681

Mit Esteban Ocon würde das Weltmeisterteam auf die Jugend setzen. Der Franzose fuhr bereits drei Jahre in der Formel 1 und konnte mit starken Leistungen überzeugen. Aktuell besetzt er bei Mercedes nur die Ersatzbank, da sich für diese Saison kein Cockpit für ihn finden ließ. In Ungarn stellte Wolff klar, dass ein weiteres Sabbatjahr keine Option für den 22-jährigen sei. „Entweder Esteban bekommt unser Cockpit, oder wir entlassen ihn von seinem Vertrag“, so der Österreicher. Für Ocon spricht, neben seinem Talent, vor allem die Tatsache, dass Mercedes langsam aber sicher für die Post-Hamilton-Ära planen muss. Der 34-jährige wird nicht mehr ewig weiterfahren, und ob man bei den Silberpfeilen Bottas die Nummer-1-Rolle zutraut, darf zumindest bezweifelt werden. Red Bull-Pilot Max Verstappen und Routinier Fernando Alonso sind ebenso keine Kandidaten wie Williams-Rookie George Russell.